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Sport

Tapering, die Woche vor der Generalprobe

Endlich, nach fast 6 Monaten der unmittelbaren Vorbereitung steht der erste wichtige Bewerb auf dem Plan, der Ironman 70.3 in St. Pölten. Vor dem Bewerb steht das so genannte Tapering am Programm. Was das ist, und den Weg bis daher umreisse ich hier in kurzen Worten:

Die Umfänge werden größer, die Intensitäten härter und die Zeit immer knapper. Das also ist die Wettbewerbsspezifische Vorbereitung für den Ironman, in meinem Fall mit bis zu 18 Stunden Training pro Woche. Hinter mir liegen mit heutigem Tage rund 300 Stunden Training, 5.000 zurück gelegte km in 217 Trainingseinheiten. Ich fühle mich fit und ich kann meinen Formtest kaum erwarten. Und trotzdem stellt sich die Frage: stimmt das Training, habe ich richtig trainiert, wie ist meine Fitness im Bewerb?! Mit großer Spannung also sehe ich dem Sonntag entgegen…

Damit die Leistung auch gut abgerufen werden kann, wird diese Woche Umfang, Intensität und Dauer des Trainings zurück gefahren, das beschreibt die Tapering Woche. Zu deutsch steht Tapering für Reduktion oder auch Zuspitzung, und jene Phase, in der sich der Körper von den Einheiten im Training erholen kann, und sich gleichzeitig für die bevorstehenden Strapazen im Bewerb vorbereiten kann, die Speicher aufgefüllt werden und der Körper kleine Verletzungen wieder heilen kann. Neue Trainingsreize werden in dieser Woche nicht gesetzt, nur in dieser Intensität und Dauer ausgeführt, wie der Körper sich schnell wieder davon erholen kann.

Kombiniert wird diese Methode häufig mit dem so genannten “Carbo-loading“. Am Anfang der Woche wird bewusst noch einmal eine längere Einheit eingeplant, so dass sich der Glykogenspeicher entleert. Bis zu dieser Einheit sollte man weniger Kohlenhydrate zu sich nehmen, und auf Eiweißhaltige Nahrung setzen. Nach dieser Einheit setzt man nur noch kurze Trainingsreize, und gibt dem Körper Kohlenhydratreiche Nahrung, damit sich der Glykogenspeicher auffüllt, und am Wettkampftag randvoll ist, damit der Körper möglichst lange vom eigenen Speicher zerren kann, und möglichst spät auf die zugeführten Nährstoffe zugreifen muss. Auf diese Möglichkeit der Leistungssteigerung setzen vor allem Ausdauersportler, und holen so noch mehr aus sich und ihrem Körper heraus.

Wichtig bei beiden Methoden ist, schon die Woche zuvor die Trainingseinheiten und das Essen möglichst genau zu planen, damit Körper und Geist nicht unnötigem Stress ausgesetzt werden.

Ausreichend Wasser zu sich zu nehmen, vor allem die letzten Tage übermäßig viel trinken ist dabei mindestens genau so wichtig. Wasser hilft dem Körper bei der Regeneration, spült Muskeln und Gelenke nochmal ordentlich durch und füllt die Zellen gut auf. Die letzten drei Tage vor dem Bewerb, vor allem im Ausdauerbereich, sollte man gut und gerne 4 bis 5 Liter Wasser täglich zu sich nehmen.

Und jetzt: konzentriere ich mich auf die Taperingwoche und bereite mich auf den Bewerb vor, indem ich nochmal das Rennwochenende durchgehe und plane. In diesem Sinne, wer das liest, drückt mir gerne die Daumen. Am Sonntag, 7:10Uhr starte ich meine 70,3 Meilen.

tbc.ab

Glück im Unglück

SAMSUNG CSC

Diese Woche habe ich meinen neuen Helm bekommen. Grund dafür ist, dass mein alter Helm nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen entspricht. Bei meinem Sturz im Oktober des Vorjahres hatte ich massives Glück und der Helm, so schätze ich, rettete mir sogar das Leben. Im Bild zu sehen ist die bleibende Deformation des Helmes durch das Stahlgitter, gegen welches ich geprallt bin. Das wirklich unfassbare an der Sache ist, dass ich Tage davor am überlegen war, ob ich nicht doch auch mal ohne Helm losfahren sollte, da ich zunehmend Rennradfahrer ohne Helm gesehen hatte. Meine Meinung hat sich schlagartig, im wahrsten Sinne des Wortes, geändert! Ohne Helm, NIEMALS!

Nun aber zum Sturz: eine kleine Unaufmerksamkeit kurz vor Ende meiner Ausfahrt sollte fatale Folgen haben. Mit viel Wut im Bauch und immer noch verärgert über eine rücksichtslose oder auch unaufmerksame Autofahrerin, die mich offensichtlich übersehen hatte und mir die Vorfahrt nahm, drehte ich mich kurz um, und wollte sehen, wie weit ich das Auto bei meinem Überholmanöver bereits hinter mir gelassen hatte. Erleichtert darüber, dass mir gerade niemand folgt, drehte ich mich wieder nach vorne, und da sah ich das Unheil bereits immer näher kommen. Der Randstein kam gefährlich nahe, Balanceakte und das Aussteigen aus den Clips schaffte ich wegen Kraftmangel nicht mehr, da ich alle Kraft beim verärgerten überholen des Autos verschossen hatte. Ich dachte mir nur noch “Scheisse” und mich muss es wohl überschlagen haben. Es donnerte mich mit dem Kopf voran an ein Eisengeländer, mit der linken Schulter gegen einen Laternenmast und mit dem rechten Knie bremste ich auf dem Gehsteig. Was folgte war ein massiver Schock. Ich zitterte am ganzen Körper, konnte meine Finger nicht spüren und mir brummte der Kopf ordentlich. Es dauerte einige Sekunden, bis ich wieder bei mir war und dachte mir nur noch: “na das musste jetzt noch sein und so ein….”. Den Rest könnt ihr euch wohl denken. Wenige Augenblicke später kamen von allen Richtungen “Zuhörer” dahergelaufen, die den offensichtlich lautstarken Aufprall gehört haben. Von der Straße kam mir sofort ein Autofahrer zur Hilfe, der einen Rettungswagen holen wollte. Auf mehrfache Anfragen lehnte ich jedoch jegliche Hilfe ab, ehe mein Freund Michael, mit dem ich die Ausfahrt gemeinsam machte, mir auch zur Hilfe kam. Notdürftig flickte ich mich und die verstreuten Teile zusammen, versuchte aufzustehen und merkte dabei meine Abschürfungen am Knie und die sonstigen Blessuren an Händen, Schulter und am Ohr. Ich versuchte ruhig zu bleiben, rollte die letzten Meter zu unseren Ausgangspunkt zurück und ich war dann heilfroh, als ich mein Rad an meine Freundin übergeben konnte. Ich war am Ende meiner Kräfte, und vor allem mein Nervensystem wurde langsam immer schwächer, immer noch geschockt von dem Unfall. Welches Glück ich dabei hatte, sollte ich erst jetzt bemerken, wie stark der Aufprall am Geländer war und ich knapp einem Schlüsselbeinbruch vorbeigeschrammt bin. Die Wunden am Knie waren so tief, dass ich doch am nächsten Tag noch ins Krankenhaus musste, um die Wunden reinigen zu lassen, meine geschwollene Hand röntgen zu lassen und letztendlich mir vom Arzt das okay abzuholen, dass mit mir alles in Ordnung ist. Mein Ruf nach draussen von diesem Vorfall: Hände weg vom cool sein, Helm auf und dafür sicher sein! So ein Helm kann Leben retten. Hatte ich kurz vergessen, werde ich jetzt nie wieder vergessen.

Als “Mahnmal” hinterlasse ich hier das Foto von meinem Glück im Unglück Helm, der mir vermutlich das Leben rettete, oder mich zumindest vor schlimmeren Folgeschäden bewahrt hat.

Vielen DANK an dieser Stelle an all die Sicherheitsleute, die solche Technik ermöglichen und natürlich auch an die Gesetze, die uns vor schlimmeren bewahren, auch wenn wir diese oft als lästig empfinden.

Safety first! Take care.Helm2

Vorbereitung für den Ironman, Verpflegung testen

Verpflegung IM

Heute standen Lebensmittel der besonderen Art auf dem Einkaufszettel: PowerBar Drink IsoActive Orange, PowerBar Bars Cherry und Cookies and Cream sowie PowerGel Erdbeere-Banane und grüner Apfel.

Das ist die Wettkampfverpflegung beim Ironman 70.3 in St. Pölten und beim Ironman Austria in Klagenfurt. Da die ersten längeren Ausfahrten am Plan stehen, ist das für mich der ideale Zeitpunkt, die Verpflegung zu testen, wie mein Körper diese aufnimmt und welcher Geschmack mir am besten bekommt. Sollte das gar nicht gehen, muss ich mich rechtzeitig um alternativen umschauen und dann zusätzlich mit einplanen. Bei Wettbewerben besteht meist die Möglichkeit, sich selbst zu verpflegen. Sollte das jedoch schief gehen, tut man gut daran, die ausgegebenen Riegel und Drinks zumindest einmal getestet zu haben.

Erfahrungsgemäß ist meinem Körper eine möglichst natürliche Ernährung am liebsten, weshalb ich auch noch andere Riegel teste. Einmal mehr die Riegel von Mule Bar. Neben den PowerBar Natural Energy Riegeln gehen die für mich am besten runter und sorgen auch beim Laufen für mein Empfinden am nachhaltigsten für Energie. Der Magen ist beschäftigt, und der Körper wird mit dem Wichtigsten versorgt. Auch mit Top Level habe ich bisher gute Erfahrungen gemacht. Gerade vor einem Rennen sorgt die Energy Bar für anhaltende Beschäftigung des Magens und versorgt den Körper lange Zeit mit Energie.

Mein Trainer hat mir noch eine Eigenverpflegung ans Herz gelegt, welche ich auch noch testen werde. Seine Empfehlung ist eine ausschließlich flüssige Ernährung während des Rennens. Die Inhalte sind dabei denkbar einfach: auf einen Liter Wasser, 65g Maltodextrin, 35g Fruchtzucker und 2-3g Salz. Wer noch etwas Geschmack dazu haben will, einen Schuss Zitronen- oder Orangensaft dazugeben. Pro Stunde 0,4 bis 0,7 Liter trinken und die maximale Kohlenhydrate- und Kalorienzufuhr pro Stunde ist damit ausgeschöpft. Der Körper braucht angeblich nicht mehr, allerdings sollte es auch nicht weniger sein!

Wie, wer, was am besten verträgt, ist natürlich von Typ zu Typ unterschiedlich und hängt meines Erachtens nach zu großen Teilen auch von der sonstigen Ernährung ab. Da meine Freundin und ich uns zum Großteil vegan ernähren, und auf eine bewusste Ernährung achten, tut sich mein Bauch natürlich dementsprechend schwer, wenn ich ihm vorwiegend künstliche Riegel und Gels gebe.

Bei all der Auswahl am Markt denke ich ist eines Wichtig: den eigenen Weg finden, und die Ernährung zu sich nehmen, die der Körper am besten verwerten kann.

Training für den Ironman, Laktattest

Laktat_März

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Einen Tag nach dem Welser Halbmarathon geht es nach dem Schwimmtraining gleich auf den Ergometer, zum Laktattest! Der Fortschritt auf dem Rad sollte gemessen werden, und die Trainingsbereiche für die kommenden Wochen festgelegt werden. Die Beine kommen mir noch sehr müde vor, ein leichter Muskelkater ist auch schon zu spüren. Ob das so eine gute Idee war, einen Tag nach einem Wettbewerb den Laktattest anzusetzen?! Ach was, ist jetzt so, Augen zu, und durch.

Zuerst heißt es 5min einradeln bei lockeren 140W. Schon da merke ich die Strapazen vom gestrigen Tag in den Beinen. Dann geht es locker los. Der Laktattest wird mit Hilfe des Stufentestes durchgeführt. Mein Trainer nimmt mir dabei nach jeder Stufe (4min) Blut vom Ohr ab. 120W treten sich locker, obwohl der Puls schon höher ist, als beim letzten mal. Auch bei 160W bin ich noch leicht über den letzten Tests. Ab 200W sollte sich dann aber zeigen, dass mittlerweile einiges mehr in meinen Beinen steckt. Die nächsten Stufen trete ich einigermaßen locker, auch wenn die Beine unter dem Vortag leiden. Ich staune nicht schlecht, als ich die Werte vergleiche. Bei 240W und bei 280W bin ich im Puls über 10 Schläge unter den Werten von vor drei Monaten. Die 280W trete ich noch einigermaßen locker, und sogar die 320W beginnen verhältnismäßig gut. Luft ist ausreichend vorhanden, die Schmerzen in den Beinen jedoch werden mit jeder Sekunde mehr und mehr und ich sehne das Ende herbei. Der Puls mag dabei nicht steigen und pendelt sich bei 180 ein. Sensationell! Schmerzerfüllt und gleichzeitig total glücklich über diese Werte höre ich nach diesen 4min bei 320W auf zu treten. Zwar wären gut ausgeruht womöglich sogar die 360W gegangen. In Anbetracht der Umstände aber lasse ich diese Qualen heute aus und gönne mir eine vorzeitige Pause. Hier die Grafik, mit den vier Tests aus Mitte 2013, Anfang 2014, Ende 2014 und März 2015 in rot, die unterste Kurve. Total geil! Die vielen Stunden auf der Rolle haben sich also gelohnt! :)Laktattest 16.3.2015

Diese Kurve übrigens zeigt, dass sich meine Ausdauer verbessert hat und ich leistungsfähiger geworden bin. Mein Körper wird langsam ökonomisch. Diese Grafik und die Werte stellen die Basis für die Erstellung meines Trainingsplanes für die nächsten 15 Wochen dar. Ab jetzt wird so viel wie möglich draussen trainiert, ist doch endlich auch seit Freitag mein Triahtlonrad in meinem Besitz! Dazu aber in einem anderen Post mehr…

So eine Kurve motiviert unheimlich und ich freue mich jetzt umso mehr auf die nächsten Leistungssteigerungen im Wasser, auf dem Rad und zu Fuß! Das Grundlagentraining wird vom wettkampfspezifischen Training abgelöst. Es folgen längere Einheiten, Koppeltrainings und auf das Streckenprofil abgestimmte Radtrainings. Die Planung wird immer herausfordernder. Aber das ist mitunter ja ein Grund, warum ich mich dieser Herausforderung stelle.

tbc.

HALBZEIT bei meinem Training für den Ironman Austria

Heute habe ich mal nachgerechnet, und habe bemerkt, es ist HALBZEIT bei meinem Training für den Ironman Austria am 28.Juni 2015!

Am 29.November 2014 habe ich mit dem Training begonnen, dreieinhalb Monate, sprich 15 Wochen liegen hinter mir und genau 15 Wochen liegen noch vor mir! 9 Wochen noch bis zum Ironman 70.3 in St. Pölten als Generalprobe und danach nur noch 6 Wochen bis Klagenfurt. Unglaublich, wie die Zeit verfliegt, wenn man ein solches Ziel vor Augen hat. Und beschäftigt ist! ;)

Zwischenbilanz: 139 Trainingseinheiten, 181,5 Stunden, rund 110.000kcal verbrannt, Laufleistung zum Vorjahr gehalten, Trainingsumfang auf dem Rad gesteigert und im Wasser die Technik verbessert (hoffentlich auch die Zeit?!). Das sind die vorläufigen Ergebnisse nach dem harten Training in der Winterzeit. Verzicht, Ehrgeiz, Disziplin, Verständnis meiner Partnerin und auch a bissal die Vernunft haben mir dazu verholfen, bisher fast alle Trainingseinheiten durchzuziehen. Und das alles verletzungsfrei! Auch das Immunsystem klappt ausgezeichnet, und das, obwohl, oder vielleicht gerade deshalb, ich mich zu großen Teilen vegan ernähre.

Noch immer etwas erledigt vom recht windigen Lauf in Wels geht es morgen schon weiter im Programm. Um 7Uhr steht das nächste Schwimmtraining an  und zwischen Arbeit und Terminen noch der Laktattest, zur Überprüfung meiner Formkurve auf dem Rad! Ich bin schon sehr gespannt, ob ich eine Leistungssteigerung zum Vorjahr schaffe. Aktiviert bin ich nach heute! ;)

Ganz großer Dank an dieser Stelle gebührt meiner lieben Freundin. Sie bringt Verständnis für das viele Training auf und unterstützt mich bei meinem Vorhaben der veganen Ernährung perfekt und bringt Abwechslung in meine Ernährung. Ohne Andrea wäre das nicht möglich, bringt Energie und macht obendrein ganz viel Spaß, gemeinsam neue Wege der Ernährung zu finden! DANKE DIR!

Dank natürlich auch meinem Trainingspartner Mike, der mich zu neuen Höchstleistungen anspornt, meinem Trainer Romi, der mir maßgeschneiderte Pläne anfertigt und Gudrun, die mir das Schwimmen beibringt!

Training für den Ironman, erster Formtest!

UFF! Das war harte Arbeit heute. Vorgehabt habe ich einen lockeren Lauf, mit einer Verbesserung meiner persönlichen Bestzeit im Halbmarathon. Am Ende habe ich meine Zeit halten können: 1h27m59s. Mike, meinem Trainingspartner für den Ironman in Klagenfurt, ging es wesentlich besser, und er erreichte am Ende eine Traumzeit von 1h24m10s.

Jetzt aber zum Ablauf. Traumhaftes Wetter sollte es heute in Wels geben, leicht Windböen, die uns auf der Gerade zusetzen sollten. Beim Einlaufen merkte ich bereits, dass die Beine heute schwach sind, der Atem etwas kurz  und das Frühstück etwas zu üppig ausgefallen ist. Um Punkt 10 aber hieß es: START zum 24. internationalen Welser Halbmarathon.

Die ersten Kilometer nach dem Start laufen bei so einem Wettbewerb meist wie von alleine. Heute leider nicht ganz. Ab Beginn bin ich verunsichert, welches Tempo kann ich laufen, bin ich zu schnell, kann ich das Tempo halten, … und lasse es dann einfach mal laufen. Die ersten beiden km laufe ich in 3:47m und 3:56m. Ab dann ist es ein Kampf mit Magen und Kopf. Die erste Runde mit 7km laufen besser als im letzten Jahr. 28:20 ist die erste Durchgangszeit. Dann folgt Runde 2. Letztes Jahr locker gelaufen, sind es diesmal massive Zweifel, der mehrfache Gedanke ans aufgeben, eine Blase am rechten Fuß. Mehrmals gehe ich im Kopf durch, wie ich aufgeben kann, dass es nicht schlimm ist, wenn ich nicht finishe, werde immer wieder langsamer, raffe mich dann aber doch immer wieder auf und versuche zu beschleunigen. Klar war auch, dass mir dann das Isogetränk zusetzen sollte. Der Lauf durch das Messegelände heitert mich dann auf, weil mir zwei Alpakas am Wegesrand zusehen. Einfach super diese Tiere! ;) Endlich, das Ende von Runde zwei naht.

Frisch motiviert starte ich in Runde drei. Der erste Kilometer nach dem Startbogen läuft wie von alleine in 4:05 und ich bin guter Dinge, dass sich doch eine neue Bestzeit ausgehen könnte. Dann aber wieder Gegenwind, schwere Beine, krampfende Oberschenkel und der Magen ist auch immer noch etwas beleidigt. Der nächste km dann in 4:26. Was ich sehe, entmutigt mich und gibt mir wenig Grund zur Hoffnung. Schritt für Schritt kämpfe ich mich voran. Der Abstand zu meiner Gruppe wird immer größer. Von hinten kommen immer mehr Läufer bei mir vorbei gelaufen. Zusätzliche Herausforderung für meine ohnehin schon angeschlagene mentale Verfassung. Am Wegesrand rufen mir die Leute zu, was zunehmend gut tut und aufbaut. Meine Freundin und Freunde feuern mich an, was mich immer wieder aufrafft und Energie gibt. Ich freue mich über jeden geschafften km, die verbleibende Distanz wird immer weniger bis endlich nur noch drei km zu laufen sind. Ein Läufer fragt mich nach der Durchgangszeit, welche Zeit noch möglich ist. Und tatsächlich: es ist noch möglich, wir können noch unter 1h28m bleiben, wenn wir noch ordentlich Gas geben! Gesagt, getan! Das nahende Ziel ist mir ein ordentlicher Motivationsschub. Nur noch wenige Minuten trennen mich vom erholenden Zieleinlauf. Ich laufe schneller und schneller, und merke dabei, es ist verdammt hart heute. Und trotzdem, die letzten beiden km schaffe ich wieder in einem Schnitt von 4:10 je km. Die letzten Meter sogar noch im Sprint, mit Puls 199! Ein Blick auf die Uhr: 1h28m03s brutto. Am Ende: 1h27m59s und somit die gleiche Brutto und Netto Zeit wie im vergangenen Jahr. Geschafft!

Aufbauende Worte meiner Freundin im Ziel, Gratulanten im Zielbereich geben mir Anerkennung und Aufmerksamkeit die mir in diesem Moment besonders gut tun, fühle ich mich doch noch nicht besonders gut. Unterm Strich, ein toller Bewerb mit super Wetter und macht wieder einmal Lust auf mehr. Da ist noch immer Luft nach oben, und das will ich noch wissen. Ich bin gespannt, was noch kommt?! :)

Training für den Ironman, Zwischenbilanz

Morgen ist es so weit. Der erste Formtest und Halbmarathon der Saison steht in Wels am Programm. Obwohl es “nur” ein Probelauf ist, merke ich doch, wie sich im Körper die Nervosität breit macht. Hinter mir liegen immerhin 15 Wochen Training, davon drei Wochen Vorbereitung und drei mal drei Wochen Grundlagentraining, mit dazwischen je einer Woche Regeneration. Morgen wird sich zeigen, ob ich nicht zu streng zu mir war, und trotzdem hart genug trainiert habe, damit sich meine Form verbessert.

Wie gewohnt, gebe ich einen kurzen Überblick über mein bisheriges Training: 138 Trainingseinheiten mit 180 Stunden Zeitaufwand habe ich bisher absolviert. Unterteilt in die Disziplinen war ich 42 mal laufen, 35 mal auf dem Ergometer oder Rollentrainer, 31 mal im Wasser und habe 30 mal Schweiß an den Fitnessgeräten gelassen.

Der Schnitt von 10 Einheiten und 15 Stunden pro Woche leidet derzeit etwas unter meinen beruflichen Aktivitäten UND natürlich darf auch die Partnerschaft nicht zu kurz kommen. Treffen mit Freunden und Familie sind in den letzten Woche eher Rarität, dafür umso schöner, wenn sich Zeit dafür findet! :)

Mit der Startnummer 238 gehe ich morgen an den Start. Meine bisherige Bestzeit im Halbmarathon ist 1h27m59s, mit der ich im vergangenen Jahr überraschend den dritten Rang der Wels Wertung erreichte. Ob es heuer eine neue Bestzeit geben wird, wird sich zeigen. Darauf ausgelegt war das Training nicht, umso schöner wär’s, würde es klappen?! ;)

Ich bin gespannt. Seid gespannt. Und drückt mir die Daumen. ;)

Training für den Ironman, gegen die Wand gefahren!

Ausblick

Heute stand wieder einmal Grundlagentraining am Programm, und zwar dreieinhalb Stunden auf der Rolle im Bereich GA1 bis GA2, was bei mir einen Pulsbereich von 115 bis maximal 155 bedeutet. Gleichzeitig hieß das für mich, die bisher längste Zeit ununterbrochen im Sattel zu sitzen, seit ich mich mit dem Renner fortbewege. Gesagt getan, nutzte ich den Samstag Vormittag für mein Training. Und siehe da, gar nicht mal so übel! Gleich mehrere Rekorde folgten. Außerdem war die Einheit weniger anstrengend als gedacht. Angemerkt sei, das ich auf sämtliche Ablenkungen wie Fernsehen, Zeitung, Musik oder sonstiges verzichte und fahre mit dem Rad direkt mit Blickrichtung zur Wand, die ich mit einer Pflanze schön dekoriert habe. Einzige Abwechslung die mir bleibt, sind wechselnde Intensitäten, Trittfrequenzen und hin und wieder ein Blick beim Fenster raus… ;). Also zurück im Programm und hier die kurze Beschreibung meiner Rekorde: ich habe zum ersten Mal dreieinhalb Stunden ununterbrochen im Sattel gesessen, dabei die bisher längste Strecke von 132,3km zurückgelegt (ist zwar ziemlich flach die Strecke im Wohnzimmer, und dennoch tadellos die zurückgelegte Distanz, habe ich mir doch ein paar Hügel mit dem Widerstand eingebaut!). Annähernd lange habe ich bisher nur beim Kirschblütenrennen 2014 in Wels auf dem Rad verbracht, was bisher eine meiner härtesten Erfahrung im Rennradsport war! Jedenfalls, zufrieden mit der heutigen Trainingseinheit wird mir langsam aber sicher immer bewusster, welch großes Unterfangen ich mir da aufgehalst habe, mit dem Projekt Iron Man! Bis zum 28.Juni heißt es noch fleißig strampeln, denn auf 180km und dementsprechende Höhenmeter ist es noch ein harter Weg. Es bleibt spannend! J

Vorbereitung für den Ironman

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Mein 35. Geburtstag. Die einen kaufen sich eine Harley, andere einen Porsche (den ich übrigens auch gerne hätte, dieser Kauf mangels Kleingeld jedoch auf einen anderen Geburtstag verschoben werden musste… ;) ) und ich belohne mich an diesem Tage mit einem neuen Sportgerät, einer Zeitfahrmaschine. Den Weg da hin, beschreibe ich jedoch kurz, wie folgt:

Vor kurzem war es so weit, und ich musste mich für ein Rad entscheiden, da ich die 180km in Klagenfurt nicht mehr auf meinem Renner, sondern auf einem richtigen Triathlonrad bestreiten werde! Die Spannung war groß, ist diese Entscheidung doch auch mit erheblichen finanziellen Aufwänden verbunden. Zum Ziel hatte ich mir gesetzt, die € 4.000,- Grenze nicht zu überschreiten, was gar nicht mal so einfach ist, wenn man ein detailverliebter Typ ist, wie ich einer bin. Zu aller erst stand da die Frage: gebraucht oder neu, gleich mit Carbon Radsatz oder vorerst nur der hochwertige Rahmen, ein Wattmesssystem oder doch auch am Anfang ohne?! Fragen über Fragen die mich über Wochen beschäftigen sollten. Viel Recherche im Internet, erste Angebote in Fachgeschäften einholen, Austausch mit Freunden und Vereinskollegen folgten. Unzählige Telefonate mit Gebrauchtradanbietern und Besichtigungstermine zeigten mir dann schnell, dass ich ein neues Fahrrad haben möchte. Auch wenn die Räder gut waren, es war kein 100 Prozent Rad für mich dabei. Also nochmal die lokalen Händler abgeklappert und ausmessen lassen. Wirklich vorbildlich, wie manche das machen. Stutzig jedoch machte mich wieder, dass mir der eine zu einem S Rahmen, ein anderer wieder zu einem M Rahmen riet?! WAS NUN? Bikefitting heißt das Zauberwort und auf unkonventionelle Art und Weise stellte mir mein Verein ein Zeitfahrrad zum Probesitzen zur Verfügung und daraus wurde dann schnell klar, dass ich einen M-Rahmen benötige, wenn ich halbwegs fit nach 180km vom Rad steigen möchte. Der kleinere Rahmen mag zwar schneller und wendiger sein, dafür aber auch umso ungemütlicher. Komfort steht für mich bei der vollen Distanz aber im Vordergrund. Nach langem hin und her jedenfalls traf ich schweren Herzens eine Entscheidung, vor allem deshalb schwer, weil ich zwei anderen kompetenten Händlern absagen musste. Unterm Strich jedoch hatte ich mich total in die technischen Raffinessen des Trek Speed Concept verliebt. Kleine Details wie ein versteckter Tritt- und Geschwindigkeitsmesser, eigens angepasste Aufbewahrungsbox und das Profil des Rahmens haben mir einfach schlaflose Nächte beschert, weshalb ich mich für die vorerst günstige Version des Trek Speed Concept 7.5 entschied. Eigene Farben und das hochwertigere Material werde ich erst zu einem späteren Zeitpunkt gönnen. Auch die Carbon Radsätze und das Wattmesssystem lasse ich einstweilen aus, hoffe jedoch ganz stark, dass sich bis Juni noch die eine oder andere Ergänzung ausgeht. Jetzt heißt es vorerst warten. Eine Woche angeblich nur Lieferzeit… ich freue mich schon tierisch auf meine erste Ausfahrt in der Aeroposition! J

Training für den Ironman, 100!

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Heute feiere ich meine 100ste Trainingseinheit und den Beginn meiner zweiten Regenerationswoche. Unmittelbar nach meiner Australien Reise habe ich mit dem Training begonnen. Das war der 29.November 2014. Seither hat sich viel getan. Die Form kommt langsam aber sicher zurück und der angelegte Urlaubsspeck hat sich mittlerweile verabschiedet. Endlich wieder bei 70kg angelangt bedeutet dies ein minus von 4kg seit meinem Trainingsstart und ich bin damit nahezu bei meinem Wettkampfgewicht vom Vorjahr. Bezahlt macht sich auch das verstärkte Schwimmtraining mit drei Einheiten pro Woche und Umfängen zwischen 7 und 11km pro Woche im Becken. Technik und Wasserlage haben sich deutlich verbessert. Fehlt nur noch das Tempo! Unterm Strich ist die Entwicklung mehr als positiv.

In Zahlen ausgedrückt war ich in den vergangenen 10 Wochen:

28 mal laufen (373km). 25 mal radeln auf der Walze (1.254km). 26 mal schwimmen (77,3km). Kraft und Kraftausdauer trainiere ich am Schlingentrainer und mit Mike im Fitnessstudio. Dafür habe ich 21 mal Schweiß gelassen und 25 Stunden dafür aufgewendet. Insgesamt habe ich somit bisher 1.705km zurückgelegt, 125 Stunden trainiert und dabei rund 75.000kcal verbrannt. Und das alles ist gerade mal der Anfang und Vorbereitung auf das spezifische Training!