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Juni 2015

1000DANK!

Rose

Auf diesem Wege möchte ich die Gelegenheit nutzen, und einmal DANKE sagen. DANKE meinem Umfeld und allen Menschen, die mich bis hier her begleitet haben. Und aufzeigen, dass Triathlon alles andere als ein Einzelsport ist. Allen voran natürlich meiner Familie, und meiner lieben Freundin, die mir das alles ermöglichen. Nicht immer mit 100 Prozentiger Zustimmung, oftmals mit vielen Sorgen um mich, hier und da auch mit Kopfschütteln und dennoch immer voll und ganz hinter mir stehend! DANKE Andrea, meinen Eltern, meiner Schwester Eva und ich versprech’s, ich werde bestimmt mal vernünftig und ruhig… ;)

Ich versuche jetzt aber die Danksagung chronologisch zu machen, und fange dort an, wo alles begann, mit dem Triathlon, und meiner Sportsucht. Meine Freunde bewegten mich zum laufen. Das ist mittlerweile rund 8 Jahre aus. Mein guter Freund David schleppte mich damals an die Traun. Kurze Zeit später sollte ich der Laufsucht verfallen, und gab dadurch das Rauchen auf. GUTE Sache! :)

Ein Lauftreff sollte mir zum nächsten Verhängnis werden. Die Hinterbergers waren es, die mich zu meinem ersten Laufbewerb schleppten. Am 2. Mai 2010 flog ich in 36Minuten und 59Sekunden über die 7km lange Strecke. Heute nicht mehr vorstellbar, aber bei diesem Bewerb schnupperte ich zum ersten mal Rennluft, und ich wollte mehr… DANKE Heinz, Doris, Steffi & Co.

Mein guter Freund Michael war es dann, der mir als Vorbild diente, und mich zu diversen Laufveranstaltungen inspirierte, und mich ein paar Jahre später auch zum Ironman brachte… mit Ihm bin ich gefühlte 100te Male laufen gewesen. Kurze Strecken, Intervalle, der legendäre Sonntags 20er und spontane Ausflüge über 35km um nur ein paar “Methoden” zu nennen. Mental und physisch DANKE ich dir lieber Michael dafür und vieles mehr…

Der Ehrgeiz packte mich dann, und ich wollte mich mit Trainingsplänen aus dem Netz verbessern. Neben Verletzungspausen und alles andere als leichten Phasen in meiner jungen Ausdauersport Karriere brachte es mir viele neue Menschen in mein Leben.

Neidige Blicke auf die guten Schwimmer auf den Nebenbahnen im Welser Schwimmbad brachten mich dazu, dass ich unbedingt auch Kraulen lernen wollte. Meine damals noch beste Freundin, mittlerweile meine Lebensgefährtin Andrea lernte bei der swim academy das Kraulen und brachte somit auch mich zum Schwimmen. 2012 sollte ich etwas neues lernen, und zum Ausgleich stand der “Kraulkurs für Anfänger” am Programm. DANKE Andrea, Michael und Gudrun!

Neben meinen mühsamen Schwimmtrainings sollte ich in diesem Jahr meine Verletzungen (Achillessehne, Patellasehne, …) auskurieren. Mein damaliger Laufcoach und Schuhberater Markus bot mir zum Alternativtraining sein Rennrad an, welches ich bis heute besitze. Neben seiner hervorragenden Beratung bei Laufschuhen, Trainingstips und einer aufkeimenden Freundschaft, setzt er mir gemeinsam mit seiner lieben Freundin Franzi den Floh “Triathlon” ins Ohr. Die Saat war gestreut… DANKE Markus und Franzi von on-your-marks.at für die bis heute andauernde Freundschaft!

2012 war also das Jahr der Wende und ich lernte vollkommen neue Sportarten kennen. Im Herbst sollte ich auch eine neue Art des Trainings kennen lernen, und ich folgte den damaligen Empfehlungen und kontaktierte einen Coach Namens Romi. Seit drei Jahren mittlerweile peitscht er mich nach vorne und zu ständig neuen Bestleistungen, zeigt mir, was alles möglich ist, und bremst mich immer wieder in meiner Ungeduld ein. DANKE Romi für die Trainingspläne, deine Tips, die Unterstützung bei veganer Ernährung und vieles mehr…

Seit 2012 trainiere ich auf einem vollkommen neuen Niveau, und merke jetzt erst, was ich in den Jahren zuvor falsch gemacht habe und komme mir dadurch auch immer mehr auf den Geschmack. Ich verlange mehr von mir, und fordere auch meine Trainer, mich besser zu machen… DANKE euch beiden, Gudrun, meiner Schwimmtrainerin und Romi, meinem Trainer für die Trainingsgestaltung.

2012 ist auch das Jahr, in dem mein guter Freund Michael spontan einen Ironman absolviert. Drei Monate lang bereitet er sich darauf vor. Irre. In dieser Zeit lernt er das Kraulschwimmen und sitzt zum ersten mal auf dem Rennrad. Unvorstellbar für mich, und dennoch traue ich ihm das zu. Und tatsächlich. Er finisht den Ironman Regensburg in 13Stunden und 58Minuten, schwimmt dabei im klassischen Stil, fährt zum ersten mal über 100km (180km!) und läuft/geht dann noch einen Marathon. Bis dahin, beschliesse ich für mich, unmöglich, und dennoch, ein weiterer Samen ist gelegt…

Planlos trainiere ich noch das Schwimmen und Radfahren, ehe ich Mitte 2013 mein Training auf die nächste Stufe hebe, und mich nach meiner Kündigung zum Ironman 70.3 in Zell/See anmelde. JETZT ist es an der Zeit, das Training professioneller anzugehen. Drei Monate nehme ich mir dafür Zeit, und gleichzeitig eine Auszeit dafür. Zu diesem Zeitpunkt plagen mich noch folgende Ängste: ich kann maximal 8 Längen kraulen, ich habe Panik vor freiem Wasser, und ich bin bisher keine 1.000km mit dem Rad gefahren. DAS sollte sich schlagartig ändern… ;)

Ein Kraulkurs für Fortgeschrittene sollte mir darüber hinweg helfen. Ein gut angelegter Trainingsplan von Romi baut Form auf und macht Mut, dass ich das packe… bleibt nur noch die Angst vor freiem Wasser. Zwei Menschen lernen mir diesen Sommer das Element Wasser spielerisch zu erkunden, und machen mir Mut, das ich auch das schaffen kann. Euch beiden, von Herzen DANKE! Kombiniert mit einer Angsttherapie von Michael und einigen Stunden Selbsterfahrung, schaffe ich die ersten Meter im See. Nicht einfach, und bis heute muss ich mich dazu überwinden, im See zu schwimmen. Auf den Bewerb allerdings freue ich mich schon! :)

Danach geht es Schlag auf Schlag. Kathi macht mit mir einen Sprintbewerb und gibt mir grundlegende Tips im Triathlonsport. Sie inspiriert mich auch zu mehr schwimmen, und ihre Leistungen spornen mich an, mehr aus mir rauszuholen. DANKE Kathi und mittlerweile tri your life, Kathi und Christian.

Nach meinem Erfolg in Zell/See will ich es dann wissen, und beschliesse im Winter, mich beim Ironman St. Pölten für den Ironman Austria zu “qualifizieren”. Als Teilnehmer bekommt man ein Voranmelderecht für den Ironman in Klagenfurt. Diese Chance nutze ich, obwohl ich nach einem misslungenen Start in St. Pölten für einige Monate die Lust am Triathlon zur Gänze verliere… was sich mit der Anmeldung im Juni 2014 wieder ändern sollte. Ich motiviere meinen Freund Mike zur Anmeldung beim Ironman. In der Sauna war es, da hatte er mir von seinem Traum erzählt, dass er vor 40 einen Ironman finishen wollte, und sich das bisher nicht zutraute (obwohl er vor einigen Jahre zu den besten Triathleten des Landes zählte!). Noch ein anderes Erlebnis und Versprechen von ihm lassen mich nicht locker lassen, und ich schaffe es tatsächlich, dass er sich anmeldet. Viele gemeinsame Trainings und Zeit folgen. Daraus entsteht eine neue Freundschaft, und zwei Menschen bereichern unser Leben: danke Mike und Anna!

In der unmittelbaren Vorbereitung und dem gemeinsamen Vorhaben wird auch der Kontakt zu anderen Athleten enger und besser. Auch wenn jeder für sich trainiert, teilen wir viele Trainings und tauschen uns immer wieder mal aus. Vielen DANK meinem Verein 4 Sports und meinen Vereinskollegen Gerry, Phil, Peter, Georg, David, Stephan, … es entstehen Freundschaften, und wir verbringen Wochenenden miteinander: danke Gerry, Phil und Karin!

Beim schwimmen reden wir wenig miteinander, nutzen aber die Zeit davor, oder danach und wir treffen uns mittlerweile bei Bewerben, und das Umfeld in Wels ist einfach unschlagbar. DANKE Jan, Gerald, Mario, Manfred, Bettina, Kirsten, Simon, Stephan, Jürgen, …. und ganz ganz ganz viele mehr!

Ein letztes mal sage ich hier DANKE für alle Menschen, die mich auf diesem Wege begleiten, mir Mut machen, mich unterstützen, oder mich zu neuen Höchstleistungen bringen. Nicht zu vergessen das Verständnis aller anderen Menschen in Beruf und Freizeit, die oft Geschichten über den Sport hören müssen, oder für diese wenig Zeit zur Verfügung steht.

5 Tage bis Klagenfurt.

tbc.ab

Trainingsende für den Ironman

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Das also war’s. Montag der 22.Juni 2015, noch 6 Tage bis zum Ironman, und ich bin mit meinem Trainingsplan durch. 29 Wochen unmittelbare Vorbereitung auf dieses Event liegen hinter mir. Langsam entspannt sich mein Körper, und ich merke gleichzeitig, wie sich “mein System” auf den Tag X vorbereitet.

Hier eine kurze Chronologie der Ereignisse: am 29. November 2014, ein Tag nach unserer Rückkehr vom Australien Urlaub, starte ich mit der Vorbereitungsphase. An dem Tag, bin ich verzweifelt, vollkommen ausser Form, zu viel Kilos auf den Rippen und total ohne Plan, wie ich das ganze schaffen soll. Leichte Verzweiflung und Panik machen sich breit. Doch ich starte an diesem Tag gleich mit einem Krafttraining im Fitnessstudio, damit mein Körper wieder in Schwung kommt. Am Sonntag folgt ein kurzer Lauf, und eine kurze Cardio Einheit auf dem Ergometer. Am Montag noch gleich ein Schwimmtraining, damit der Triathlon einmal durch ist…

Im Dezember folgen drei Wochen Grundlagen und Vorbereitungstraining für den bevorstehenden Trainingsplan. Am 22. Dezember folgt dann der erste Laktattest, und damit auch gleich die erste Phase meines Trainingsplanes: die Grundlagenphase und die anatomische Anpassungsphase. Auf drei steigernde Trainingswochen (Intensität und Umfang) folgt immer eine Regenerationswoche mit geringeren Intensitäten, sodass sich mein Körper an die Belastungen anpassen kann, und stärker wird. Insgesamt sind es 4 solche Phasen bis zum ersten Formtest, dem Welser Halbmarathon am 15. März 2015.

In dieser Phase sitze ich bis zu drei Stunden auf dem Ergometer. Eine Belastung vor allem für den Kopf, weil ich auf Ablenkung verzichte, und somit meine mentalen Fähigkeiten UND die physischen Kräfte trainiere. Behaupte ich zumindest… ;) Am leichtesten fallen da noch die Trainings im Hallenbad, auf der Laufstrecke und im Fitnessstudio. Genau damit verbringe ich in dieser Zeit auch die meiste Zeit. Schön zu sehen ist dies in der Grafik, aufgeteilt in die Aktivitäten Fitness, Schwimmen, Radfahren und Laufen.Trainingsstatistik

 

Nach dem mittelmäßig gelungenen Auftakt beim Welser Halbmarathon folgt die nächste Phase der Vorbereitung, die individuelle Wettkampfvorbereitung 1. In den bevorstehenden 8 Wochen wird noch einmal knackig bis zum nächsten Formtest und der Generalprobe, dem Ironman 70.3 Austria in St. Pölten trainiert. Intervalle und überschaubar lange Läufe, maximal bis 30km. Erfreuliches passiert auch in diesen noch kühlen Tagen: zu meinem 35. Geburtstag am 18. Februar habe ich mir selbst ein Geschenk gemacht, und mir eine Zeitfahrmaschine gegönnt. Sitzposition1Am 19. März absolviere ich mit meinem Speed Concept die Jungfernfahrt. Ich sag nur “höllisch” dazu. Und ich werfe fast meine Nerven über Board. Im Wort Zeitfahrmaschine ist schon Maschine enthalten, aber das ich darauf selbst eine sein sollte, sagte mir im Vorfeld niemand! ;)

Bei diesem Rad merke ich schnell, der einzige Widerstand, den ich zu spüren bekommen soll, liegt in mir selbst. Im Gegensatz zu meinem Rennrad, das schon etwas in die Jahre gekommen ist, spüre ich NULL Widerstand von meinem fahrbaren Untersatz. Ich versuche an diesem Tag zu treten, was das Zeug hält, um vom Rad nur einen Hauch entgegengesetzte Energie zu spüren. Doch vergebens. Alles an diesem Rad ist für ungehinderten Antrieb nach vorne gebaut und je härter ich reintrete, umso mehr Spaß macht es nach meinem Gefühl dieser Maschine. Vernünftig wie ich bin, lasse ich sämtliche Warnhinweise gleich mal hinter mir, und fahre das Rad nicht erst langsam ein, sondern mache eine Ausfahrt über 125km. Mein Körper ist daraufhin ordentlich beleidigt, vor allem mein Genick und die Schultern. Die Haltung mit dem Aerolenker und die neue Gewichtsverteilung (viel mehr auf den Schultern und dem Oberkörper) setzen mir ordentlich zu. So sehr, das ich wenige Wochen später beschliesse, mit dem Vorbau weitere zwei Zentimeter nach oben zu gehen. Das allerdings ist eine andere Geschichte… zurück zum Training.

Nach einigen weiteren Anpassungen meines Rades auf meine Anatomie, gewöhne ich mich langsam an das Rad. Das Training macht zunehmend Spaß, und ich sammle Kilometer, Erfahrung, Ausdauer und Kraft. Die steigenden Umfänge und Intensitäten versuche ich durch gut getimtes regenerieren auszugleichen. Das Vorjahr, in dem ich masslos übertrainiert war und mir einen Infekt holte, sollte sich auf keinen Fall wiederholen. Ich versuche diesmal vernünftig an die Sache ran zu gehen, und habe offensichtlich aus meinen Fehlern gelernt. Diesmal gehe ich locker an den Start in St. Pölten heran, und überrasche mich selbst an diesem Tage mit einer tollen Performance. So macht dieser Sport eben Spaß. Den Bericht vom IM70.3 in St. Pölten lest ihr am besten selbst nach…

Nach St. Pölten folgen eine Woche Regeneration, und ich befürchte anfangs, dass ich meinem Körper nicht ausreichend Zeit gelassen habe, sich wieder zu erholen. Die extrem langen Einheiten setzen mir in dieser Phase ordentlich zu, und ich versuche längere Pausen zu machen. Der Spaß kommt zurück, und die Trainings bereiten mir wieder Freude. Offensichtlich habe ich gelernt, gut für mich zu sorgen, und die Zeichen meines Körpers richtig zu deuten.

Die individuelle Vorbereitungsphase auf den Wettbewerb zeigt mir vieles auf, und ich beschliesse in dieser Zeit, vorerst keine Langdistanz mehr zu machen, so lange ich nicht an meiner Kraft und Schnelligkeit ordentlich gefeilt habe. Mit meinem Trainer und meinem Umfeld bereite ich bereits jetzt die “Nach Ironman Phase” vor und werde im zweiten Halbjahr 2015, sofern es mein Zeitmanagement und Körper zulässt, vor allem die Laufgeschwindigkeit trainieren und nehme mir für September 2015 eine neue persönliche Halbmarathon Bestzeit vor. Nach einer Erholungsphase im Oktober starte ich dann mit Kraft- und Techniktraining, damit ich auch im Wasser und auf dem Rad besser werde. Das ich bereits einen Plan habe, wie es nach dem Rennen weitergehen soll, ist mir wichtig, damit ich nicht in ein gefürchtetes Loch falle. Ich habe schon von Athleten gehört, die nach einer so großen Herausforderung in ein Burn Out gefallen sind, da sie keine Aufgabe mehr hatten. Das will ich damit vermeiden…

Das also war die Vorbereitung auf den Ironman. Viele Stunden Training. Viel Verständnis von meinem Umfeld, allen voran meiner lieben Freundin (DANKE!), meinen Freunden und meinem Arbeitsumfeld. Oft war es gar nicht einfach, unter Tags ein paar Stunden raus zu nehmen, damit ich trainieren kann. Das schlechte Gewissen plagte mich ordentlich, und war gerade während der Woche eine der größten Herausforderungen. Denn “eigentlich” sollte ich ja arbeiten, wie alle anderen auch. Die Arbeitszeit habe ich übrigens in Abendterminen und am Wochenende locker wieder rein geholt… doch das Gewissen, die Gedanken, und das “das macht man nicht” war nicht immer einfach auszublenden.

267 Trainingseinheiten in 29 Wochen waren es am Ende. 376 Stunden bedeuten im Schnitt 13 Wochenstunden, noch ohne Vor- und Nachbereitung im Training. Unglaubliche 232.000kcal habe ich dabei verbrannt. Mit 74kg bin ich aus dem Urlaub gestartet, und je nach Trainingswoche, habe ich derzeit zwischen 67 und 69kg. Das Körperfett reduzierte sich von rund 14% auf teilweise unter 9%, wobei mein Bauch mir treu geblieben ist. Trotzdem bin ich unterm Strich wesentlich besser definiert, und es blitzen hier da und dort doch die Muskeln durch. Vor allem die Beine haben ordentlich zugelegt, und sind kaum noch mit Fettpolster überzogen. Die Ernährung trägt natürlich zu alle dem seinen Teil bei. Zu kämpfen hatte ich trotz der vielen guten und gesunden Ernährung immer wieder mit Heißhunger Attacken. Allerdings auch kein Wunder, bei teils über 13.000kcal zusätzlichen Kalorienverbrauch in den intensiven Wochen. In dieser Zeit, da es ruhiger wird mit dem Training, nehme ich mir vor, dass ich mich noch intensiver mit dem Thema Ernährung auseinander setze. Es bleibt also spannend, und auf dem Weg gibt es so vieles zu entdecken. Unterm Strich: das Projekt Ironman ist eine der intensivsten Erfahrung meines bisherigen Lebens, insbesondere in Sachen Selbsterfahrung.

Diese Selbsterfahrung bringt mich auch zu meinem nächsten geplanten Post: ein Dank an weitestgehend alle Unterstützer, sofern das überhaupt möglich ist. Auch wenn Triathlon ein Einzelsport ist, ist es das Umfeld, die Einem diese Leistung erst überhaupt möglich machen…

tbc.ab

Welser Businessrun, Vereinsstaffel 4 Sports

Podestfoto Businessrun

9 Tage vor dem Ironman stand noch einmal Tempo bolzen am Programm. Am Freitag den 19.6. fand zum 6. mal der Welser Businessrun statt. Und mein Verein stellte zwei Mannschaften auf, eine Mixed Staffel, derer ich Teil sein durfte, und eine Männer Staffel. 5 km, geteilt in eine große Runde mit 3,6km und einer kleinen Runde mit 1,4km waren dabei zu absolvieren. Um 19:00 durften die schnelleren Läufer auf die Strecke, ehe um 19:02 und 19:04 die langsameren Teilnehmer mit Zeiten über 5:00/km und die Nordic Walker starteten. Dem Ruf der Veranstalter eilten über 2.300 Sportbegeisterte und jene, die sich den Spaß und die körperliche Anstrengung nicht entgehen lassen wollten.

Gespannt war ich, was wohl für eine Zeit dabei raus schauen würde, habe ich doch die vergangenen Wochen keine Tempoläufe mehr bestritten, und nur noch lange und langsamere Einheiten absolviert. Von einer neuen Bestzeit über die 5km konnte ich auf keinen Fall ausgehen. Die liegt bis zu dem Tage bei 19:08, aufgestellt beim Welser Silvesterlauf 2013. Auch stressen will ich mich diesbezüglich nicht lassen, da mein Hauptbewerb in diesem Jahr nur noch wenige Tage entfernt liegt, und ich mich bereits in der Erholungsphase befinde. In dieser Woche habe ich bisher 7 kürzere Trainings, mit gemäßigter Intensität absolviert (3xswim, 1xbike, 1xrun, 2xKraft). Die Erwartung hält sich also in Grenzen, und ich wäre froh, würde ich die 4Minuten Marke knacken. Meine Vereinskollegen jedoch haben offensichtlich gröberes vor… unser Team besteht aus drei Teilnehmern am Ironman Austria, einem exzellenten Läufer ( und Ironman Hawaii Finisher), einer spitzenmäßigen Radfahrerin und sehr guten Läuferin und eben mir. Die Ansage lautet: auf das Podest!

Nach einer Aufwärmrunde und ein paar Dehnungs- und Lockerungsübungen finde ich mich kurz vor 19:00 im vorderen Bereich der Startlinie ein. Viele bekannte Gesichter, ein paar Small Talks, gegenseitige Glückwünsche und ein paar Schulterklopfer sind schon fast Standard, und nach ein paar Jahren Zugehörigkeit, scheint die Stimmung schon ein klein wenig familiär.

19:00: Startschuss. Es geht also los. Die ersten Meter sind gewohnt hektisch, jeder sucht seinen Platz, ungestüme “Rookies” preschen nach vorne (ehe man sie später am Straßenrand schnaufend und erschöpft wieder sieht) und zu allem Überfluss, blockiert diesmal das Kamerateam und ein Radfahrer die Strecke. Gekonnt weichen alle im letzten Augenblick aus. Gescheit platziert war das Teil aber nicht. Die ersten Meter vergleiche ich bei so einem Bewerb am besten mit fliegen. Es geht von alleine. Vom Stadtplatz raus, schaue ich zum ersten mal auf die Uhr. 3:20 Schnitt. Ich nehme bewusst etwas Tempo raus. Das bolzen am Anfang, könnte sich später rächen. Auf der ersten längeren Geraden überholen mich dann die ersten Vereinskollegen, die in Topform zu sein scheinen. Den ersten km absolviere ich vollkommen locker, und nahezu ohne Anstrengung in 3:32/km! Ich bin begeistert. Und gleichzeitig schaltet sich mein Kopf ein. “Alexander, 3:32, bist du irre, das Tempo kannst du nicht halten!” Mein Körper allerdings hat jede Menge Spaß an dieser Geschwindigkeit, und mein Atem verrät außerdem, es klappt heute außergewöhnlich gut. Der Schritt ist sicher, und mein Laufstil konzentriert und der Schritt kräftig und lang.

Es folgt also km 2. Ich versuche mich an meine Vereinskollegen zu halten, allerdings scheinen mir die gerade von einem anderen Planeten zu sein. Ich lass sie ziehen. Mein Kopf und mein Körper führen weiterhin den Dialog. “Alex, lass den Sch…, das kannst du nicht, mach langsamer, du sollst doch die 5km überstehen” worauf mein Körper immer mehr Spaß an der Sache findet, und das Tempo gut halten kann! Körper, Bauch und Kopf streiten miteinander, wobei in diesem Moment “FETZEN” übrig bleibt. Spaß pur! :) “Verrücktes Tempobolzen” rufe ich einem meiner Vereinskollegen zu, der zustimmend nickt und darauf noch mehr Gas gibt. Es folgt ein Gegenwindstück, und ich befürchte, Tempo zu verlieren. Doch km 2 laufe ich mit einem Schnitt von 3:41/km. Wahnsinn. Und auch jetzt wieder, nahezu mühelos!

Mein Kopf schaltet sich wieder ein. Erste Hochrechnungen passieren, und ganz klar, meine Gedanken teilen mir mit: “Alexander, das schaffst du nicht! Das hast du nicht trainiert, und du kannst doch keine neue Bestzeit hinlegen! Außerdem, sei vorsichtig, es kommen noch 3 km, die willst du doch überstehen?!” Und so geht das tatsächlich andauernd dahin. In diesem Moment überlege ich auch: was ist wohl der größte Begrenzer bei unseren Leistungen? Körper oder Geist? In diesem Augenblick scheint es mir fast so zu sein, als wäre es der Kopf, der uns einen Streich spielt. Jedenfalls, ich laufe natürlich weiter, lasse aber tatsächlich etwas nach, und merke es an meinem Atem, dass dieser schon fast gemütlich wird. Außerdem merke ich, überholen mich immer mehr Läufer… das kann doch auch nicht sein?! km 3 absolviere ich in 3:55/km.

Moment mal, sage ich mir in diesem Augenblick: Spaß, bolzen, fetzen. Das war die Devise und jetzt lasse ich mir von mir selbst einreden, das ich das nicht darf?! NÖ! Ich beschliesse, jetzt wieder mehr auf die Tube zu drücken und gebe Gas. Die Zuschauer erleichtern mir das. Es geht durch den Ledererturm, durch die vielen Zuseher. Ich höre einige Zurufe, und bin erstaunt, wie viele Menschen am Straßenrand mich kennen! DANKE EUCH ALLEN! :) Kurz vor Ende der ersten Runde, nach km 3,6 höre ich den Sprecher durchsagen, dass die erste Frau in die zweite Runde geht. Das gefällt mir. Ich habe nicht viele Frauen vor mir, und auch sonst hält sich die Masse noch in Grenzen. Die meisten scheinen hinter mir zu liegen. Ich genieße das Bad durch die Menge, und Tempo machen fällt mir wieder besonders leicht. Ich kratze wieder die 3:40er Marke, ehe es aus dem Stadtplatz raus geht. Kurz nach dem Stadtplatz laufe ich dann aber auf die langsameren Läufer auf, die noch in der ersten Runde unterwegs sind. Das kostet Kraft und Energie. km 4 absolviere ich mit dem Kampf gegen mich und mittlerweile durch die Massen in 3:48.

In der Schlussrunde ist es ein Kampf aus eigener Überwindung, dem überwinden des Gegenwindes und der vielen hundert Läufer, die im gemäßigten Tempo unterwegs sind. Anfangs wähle ich die Strecke inmitten der Läufer, damit ich dem Wind entgehe, entschliesse mich dann aber, auf die linke Seite auszuweichen, und somit für eine freie Bahn, und dafür ziemlich starken Gegenwind. Ich laufe auch auf einen Vereinskollegen auf, der sich in der Masse verirrt hat, und darin ziemlich viel Tempo liegen lässt. Ich kann ihn mitreissen, und wir können uns so gegenseitig motivieren. Auf den letzten Metern kommt dann doch auch noch der Kampf mit dem Magen hinzu. Vor Bewerben neige ich immer dazu, mir allen möglichen Blödsinn rein zu stopfen. Das sollte ich jetzt büssen. Gemeinsam mit Mario überholen wir am laufenden Band die langsameren Läufer, und das Ziel kommt immer näher. Die Zuseher werden mehr und es wird immer leichter. Verwirrt bin ich noch, wo der Zieleinlauf ist, und schaffe daher leider keinen wirklichen Zielsprint. Trotzdem ziehe ich auf den letzten Metern noch an, und mache den letzten km wieder in 3:46. BAMM! Das wird eine Bombenzeit und vergesse darauf, meine Uhr zu stoppen. Doch die Internetauswertung verrät mir: NEUE PERSÖNLICHE BESTZEIT!!! :)

18:48 und somit ein Schnitt von knapp über 3:45/km habe ich geschafft. Und damit hatte ich beim besten Willen nicht gerechnet! Ich fühle mich super im Ziel, und auch meine Vereinskollegen haben jeweils eine super Zeit hingelegt. Die Männer zwischen 17:30 bis 18:48 (ja, leider war ich der langsamste) und eine Spitzenzeit von Karin, in 19:55, die an dem Tag zum ersten Mal die 5km unter 4:00 Schnitt läuft! Herzliche Gratulation auch dir! Und natürlich den anderen! :)

Noch wissen wir nicht, was diese Zeiten für uns bedeuten. Doch am Ende haben wir mit den zwei Teams gleich zwei MedailleBusinessStockerlplätze eingeheimst! Unsere mixed Staffel macht mit einer Gesamtzeit von 56:14 den überragenden ersten Platz und wir verdrängten damit die Vorjahressieger auf den zweiten Platz! Die Männerstaffel belegte den hervorragenden dritten Platz, mit einer Gesamtzeit von 55:35! An dieser Stelle: vielen Dank, das ich Teil dieses großartigen Teams sein darf! :)

Rückblickend, ein toller Event, mit vielen persönlichen Bestleistungen und Siegen über den eigenen Schweinehund. Viele strahlende Gesichter und jede Menge Freude, Spaß und Emotionen. Herzliche Gratulation an jeden Einzelnen, der mitwirkte und mitmachte. Schön, dass unser Sport auflebt, und offensichtlich immer mehr Menschen GUTES für sich selbst tun. Auch meine Freundin hat ihren ersten Laufbewerb bestritten, und hatte ebenso eine Menge Spaß, und persönliche Siege! Gratuliere dir Süße zu deiner Leistung, und dazu, dass du die Freude an diesem Sport gefunden hast, und mit mir teilst! :)

Nach einer kurzen Siegesfeier heißt es weiter im Programm. Heute früh habe ich bereits meinen 20km Dauerlauf absolviert, und habe auch daran wieder Freude gefunden. Es ist schön, gesund durch die Natur laufen zu können, und dabei die Schönheiten genießen zu dürfen. Ab heute: 8 Tage bis Klagenfurt.

tbc.ab

Letzter long jog, zwei Wochen bis Klagenfurt

Am Sonntag stand der letzte lange Lauf, und somit die letzte lange Trainingseinheit vor dem Ironman Austria in Klagenfurt am Programm. Ich musste jede Menge Motivation dafür aufbringen und mich ordentlich aufraffen, diese Einheit noch zu machen, zu mal es draussen schönes Wetter, aber vor allem super heiße Temperaturen mit über 30 Grad hatte. Aber eins, nach dem Anderen:

Sonntag der 14. Juni. Nach einem schönen Familienausflug in die Südsteiermark, kehren meine Freundin und ich vorzeitig nach Hause zurück, damit ich meinen langen Lauf noch absolvieren kann. Immerhin 35km im gemäßigten Tempo, was einen Zeitaufwand von rund 3 Stunden bedeutet. Dazu kommen mentale Vorbereitung, und die richtige Ausrüstung mit Verpflegung. Nach den letzten Wochen, die großen Umfänge und der zunehmenden Vorfreude auf den Bewerb, wird es für mich immer schwieriger, mich auf die langen Läufe zu freuen. Radfahren und Schwimmen bereiten mir in der jetzigen Phase die größte Freude, und dementsprechend motiviert gehe ich auch an die Sache heran.

Der Wetterbericht sagt heiße Temperaturen, mit baldiger Abkühlung voraus. Es sollte ein Gewitter kommen, und für eine angenehme Luft sorgen, weshalb ich Sonnencreme und Kopfbedeckung diesmal auslasse.Verpflegung long jog Ein großer Fehler, wie sich kurze Zeit später herausstellen sollte. Zur Vorbereitung mache ich diesmal vermeintlich alles richtig. Ausreichend zu trinken, eine Notfallration Energie durch Gels (einmal übliche Energie mit Koffein und zusätzlich NaCl, und einmal schnelle Energie über Agavendicksaft mit Maltodextrin), angepasste Kleidung, Hansaplast über meine Brustwarzen, damit diese nicht vom Singlet wund gescheuert werden. Beim Marathon(training) und auch bei den letzten längeren Läufen habe ich das vergessen, was zur Folge hatte, dass die Laufshirts blutverschmiert waren, und die offenen Stellen schmerzempfindlich wurden und beim duschen ordentlich brannten! Eineinhalb Liter Leitungswasser die ich im Auto hinterlasse, für die rasche Flüssigkeitsversorgung nach dem Lauf.

Bei der Getränkeversorgung bin ich nach langem Trinkbeutelhin und her endlich auch fündig geworden. Der Trinkgurt mit kleinen Fläschchen passte mir nicht (zu enge Taille), und der Trinkgurt mit einer großen Flasche schnürte mich entweder ab, oder nervte mich einfach nur schon nach wenigen Metern. Die Lösung habe ich beim Laufschuhshoppen bei on-your-marks.at gefunden. Trinkbeutel, mit einem viertel Liter Inhalt, befestigt an einem leichten Mash-“Handschuh”. Diese Lösung springt mir ins Auge, und scheint mir auf Anhieb die vernünftigste Lösung, zumindest im Sommer zu sein. Insgesamt also einen halben Liter für die bevorstehenden 35km sollten reichen. Der Wetterbericht verheißt ja Abkühlung, und Regen…

Diesmal lasse ich aufgrund der bevorstehenden Abkühlung Sonnencreme, Kopfbedeckung und Vaseline an Oberschenkeln und in den Achselhöhlen aus. Bei heissen Temperaturen ist das mitunter das Wichtigste, vor allem bei meinem Hauttyp.

Nun aber endlich zum Lauf:

Beim Auto checke ich noch Ausrüstung und mache ein paar Aufwärmübungen (als wäre es nicht warm genug draussen… ;) ). Aufgrund der bevorstehenden Monotonie und Anstrengung lasse ich mich gerne noch ablenken. 3…2…1… los: ich starte in den Lauf, und bin überrascht, wie dynamisch ich starten kann. Die ersten Meter laufen quasi von alleine in unter 5:00/km Schnitt. Ab geht es auf den Damm Richtung Traun. Die Sonne brennt unerbittlich runter. Schon nach wenigen Minuten dreht mein Kopf durch und sehne mich nach den angekündigten Wolken, die leider ausbleiben sollten. Die Schlechtwetterfront liegt hinter mir, und in meine Richtung ist keine Wolke am Himmel zu sehen. Am Damm hat es gefühlte 40Grad, und meine Gedanken laufen schnell heiß, und ich versuche alle möglichen Mentaltechniken, um wieder auf positive Gedanken zu kommen. Positiv denken sage ich mir in einer Dauerschleife vor. Gar nicht einfach… und schon bald, nach 4km, beschliesse ich, das mir mein Singlet um den Kopf gewickelt bessere Dienste leistet, als am Oberkörper. Endlich werden meine Gedanken auch wieder positiver und ich finde mich mit der Situation ab. Nach km 7 folgt endlich das ersehnte Schattenstück an der Traun. Ab jetzt läuft quasi alles von alleine. Ich freue mich auf den lockeren Lauf, und spule meine km runter. Die Runde am Ödtsee ist zwar sonnig, aber das Laufen zwischen vielen Menschen motiviert mich, sorgt für Konzentration und ich achte wieder mehr auf meinen Laufstil, und werde dadurch auch wieder schneller. Meine Getränkereserven muss ich mir gut einteilen, und starte mit dem Trinken erst nach einer Stunde, und versuche mich daran zu halten, die Hälfte nach zwei Stunden, und den letzten viertel Liter in der dritten Stunde zu trinken. Nach einigen Höhen und Tiefen, und einem viel lockereren Lauf als befürchtet, geht’s in die Schlussphase. Bei km 34 reisse ich schon mal die Hände in die Luft, und lasse einen Jubelschrei los. Ich fühle mich schon als Ironman Finisher, und sehe mich über die Ziellinie laufen! Was für ein erhebendes Gefühl! Ich freue mich darauf! :)

Nach etwas mehr als 3 Stunden habe ich die 35km geschafft. Anschließend greife ich gleich zur Flasche, und bin froh über das aufgewärmte Wasser im Auto. Nach der ersten Flasche dehne ich gleich und bin total erleichtert, dass ich das Training so gut wie abgeschlossen habe. Nach diesem Lauf folgt bereits die Tapering Phase, und eine relativ lockere Woche folgt. Auf dem Plan stehen nur noch vier Einheiten, zwei Läufe und zwei Ausfahrten auf dem Rad. Zusätzlich nehme ich mir noch eine lange Schwimmeinheit über 3,8km mit Neopren vor. Bei der langen Einheit merkte ich jedenfalls, dass ich wieder an meiner Technik und Kraft arbeiten muss. Also nehme ich mir vor, nach dem Bewerb wieder regelmäßig das Lauf-ABC und gezieltes Krafttraining einzubauen.

Keine zwei Wochen mehr… die Spannung steigt, der Körper darf sich endlich erholen, und vorbereiten auf die bevorstehende Höchstleistung.

tbc.ab

Endphase des Trainings für den Ironman

Ironman straight

Die Umfänge werden größer, die Intensitäten geringer, Nervosität und die Vorfreude auf den Bewerb nehmen mit jedem Tag zu! Ich befinde mich in der Endphase der unmittelbaren Vorbereitung für den Ironman. 3 Wochen noch bis zum Start!

Größe und Umfang des Projektes wird mir bei den stundenlangen Ausfahrten jetzt erst richtig bewusst. Für mich sind die Distanzen noch kaum vorstellbar, erst recht nicht der Gedanke daran, 3,8km schwimmen, 180km Radfahren und als Draufgabe noch einen Marathon mit 42km zu laufen. Momentan habe ich noch zu kämpfen, die einzelnen Einheiten, die noch wesentlich kürzer sind, gut zu überstehen.

Marathonläufer kennen den so genannten “long jog”, mit dem man den Körper auf die lange Belastung vorbereitet, und die Ausdauer trainiert. Abwechselnd trainiere ich eine Woche diese Einheit, darauf folgt eine längere Grundlageneinheit auf dem Rad in der Woche darauf, mit bis zu 5 Stunden (als Fleißaufgabe habe ich dazu noch eine halbe Stunde angehängt, was allerdings gar nicht so vernünftig war) im Sattel.

Dazu kombiniere ich noch das Schwimmtraining. Nach wie vor steht bei mir viel Techniktraining am Programm, damit ich die 3,8km möglichst ökonomisch bestreite, und Kraft für die Rad- und Laufstrecke spare. Bleibt dann noch Zeit, mache ich Krafttraining und trainiere vor allem meine “core-stability”. Mein Trainingspartner Michael bringt dazu die nötige Motivation ein, und das Training mit ihm macht höllisch Spaß! In den eigenen vier Wänden haben wir auch für eine Trainingszone gesorgt, und ein TRX Band mit Deckenhalterung installiert. Für mich das wohl beste Training, aber auch ziemlich hart.

Körperlich und mental stoße ich langsam an meine Grenzen, dehne mit nahezu jedem Training die Grenze des schaffbaren aus, und bin immer wieder aufs Neue von der Strapazierfähigkeit meines Körpers fasziniert. Teils über 18 Stunden Training pro Woche, und ein Kalorienverbrauch von zusätzlich 13.000kcal und mehr in einer Woche, verlangen auch eine gute und passende Ernährung. Glücklicherweise teilen meine Liebste und ich die Leidenschaft für gute und gesunde, weitestgehend vegane, Ernährung! DAS, und das Verständnis meiner lieben Freundin erleichtern die Vorbereitung für den Ironman enorm, und gibt Kraft! DANKE Süße!

Was fällt mir derzeit noch ein zu berichten? Vorgenommen habe ich mir, dass ich in den nächsten Tagen und Wochen jedenfalls noch meine Trainingsgeräte vorstelle, Tips zu den langen Einheiten abgebe und ein paar hilfreiche Unterstützer im Training präsentiere.

Zahlen, Daten, Fakten. Ich stehe unheimlich auf Trainingsauswertungen und führe über meinen Garmin Account mein Trainingstagebuch, was mich zusätzlich motiviert. Hier nun die Zahlen meiner unmittelbaren Vorbereitung auf den Ironman, seit meiner Rückkehr aus Australien, Ende November:

353 Stunden Training, in 251 Trainingseinheiten und einer zurückgelegten Distanz von 5.900km auf dem Rad, zu Fuß und im Wasser. 217.000 verbrannte Kalorien in den 27 Trainingswochen. Pro Woche sind das im Schnitt knapp über 13 Stunden Training und über 8.000kcal zusätzlichen Kalorienverbrauch. Zu diesen Stunden kommen Vor- und Nachbereitung, ein paar Trainings- und Rennwochenenden in St. Pölten und Klagenfurt und natürlich unzählige Stunden im Austausch mit Trainings- und Vereinskollegen. Nicht zu vergessen der Austausch mit dem Trainer, die Laktattests und die Streckenvorbereitung.

Ich war in diesen Monaten bisher 79 mal laufen und legte eine Distanz von 1.145km in einem Durchschnittstempo von 12,3km/h zurück. Im Sattel habe ich 72 mal gesessen, und habe dabei 4.600km im Schnitt von 31,8km/h zurück gelegt. Ins kühle Nass bin ich 59 mal eingetaucht und dabei habe ich 145km Wasser verdrängt… ;) Bleiben noch 45 Trainings, in denen ich meine Muskeln versuche zu stählern und den Körper auf die Strapazen vorbereite. Von mir aus, kann’s ruhig so weiter gehen und ich bin heilfroh, und sehr dankbar für meinen gesunden Körper, der das alles mitmacht! Unter all den Belastungen, blieb ich heuer erstmals verletzungsfrei und immer gesund!

 

Das alles macht tierisch viel Spaß! Das ist das beste daran. Immer wieder aufs Neue kann ich mich motivieren, freue mich auf die nächste Einheit, und darauf, mit jedem Training eine Spur besser zu werden. Mit jeder Erfahrung komme ich meinem Ziel näher, verfeinere meine Ausdauer, stärke meine Muskeln und finde immer mehr heraus, was mir Freude bereitet, und was nicht. Dafür und noch vieles mehr liebe ich diese Herausforderung. Damit hoffe ich, auch andere mit dieser Faszination infizieren zu können und wünsche schon jetzt, viel Erfolg, gutes Gelingen und ganz viel Spaß an der Sache!

tbc.ab

Nachbericht zum Linztriathlon

Linztriathlon aus dem Wasser

Nicht nur die von mir gewählte Distanz, sondern auch die Teilnahme am Linztriathlon war  olympisch. Dabei sein war alles… eine Hitzeschlacht folgte!

Eingeschoben habe ich den Bewerb, weil heuer erstmals die olympische Distanz angeboten wurde, und somit super in meinen Trainingsplan passte. Eine perfekte Koppeleinheit, mit gesicherter Strecke und einem Freiwassertraining unter Wettbewerbsbedingungen!

Schon die Tage vor dem Samstag liessen ein Rennen der besonderen Art erwarten. Heiße Temperaturen unter Tage und kaum Abkühlung in der Nacht heizten den Pleschingersee auf angenehme 25 Grad Celsius auf. Im Triathlonsport heißt das: Neoprenverbot für alle Bewerbe (Sprint, Olympisch und Mitteldistanz)!

Von rund 350 gemeldeten Startern waren “nur” 261 am Start, davon drei die nicht finishten und eine Disqualifikation. Ob der Schwund bei den Startern an der Hitze gelegen hat, oder doch am Neoverbot? ;) Die Tage zuvor ging es jedenfalls schon rund auf diversen Kanälen, und Neo-Fans wollten das Neoverbot aufheben. Für mich nicht ganz verständlich. Bei der Hitze, macht alleine das anziehen keinen Spaß, und erst recht nicht, die Sonne und das stark erhitzte Wasser am Körper. Die Schwimmzeiten natürlich werden dadurch etwas schlechter, vor allem bei den nicht ganz so guten Schwimmern, zu denen ich mich auch (noch ;) ) zähle.

Nun gut, jetzt zurück zum Rennen. Trotz des Trainingslaufes, und für mich als “C”-Bewerb gereihten Start, war die Aufregung und die Nervosität ziemlich groß. Wieder einmal habe ich kurzfristig noch mein Rad dank einer Leihgabe von 4Sports und meinem Vereinskollegen Peter mit schneidigen Laufrädern optisch und technisch aufgewertet. Macht euch davon gerne selbst ein Bild:

Rad mit LRS Aeolus

 

Am Samstag den 6.Juni um 12:45 war es dann so weit. Massenstart am Pleschingersee zur ersten olympischen Distanz beim Linztriathlon. 45 Minuten zuvor gingen die Mitteldistanzer ins Wasser, allen voran Triathlon Superstar Michi Raelert von den Raelert Brothers. Ich reihte mich möglichst vorne ein, damit ich dem wilden Gedränge im Wasser entkomme, allerdings vergeblich. Meine Schwimmleistung ist einfach noch nicht gut genug, und so musste ich mich im Getümmel mir meinen Platz unter den anderen streitig machen, bis nach ein paar hundert Metern endlich alle Teilnehmer ihren Platz gefunden haben, und das wilde Gedränge ein Ende nimmt. Ich fühle mich wohl, kann gut schwimmen, bin auch immer gut auf Kurs. Die GPS Auswertung bestätigt mich auch darin, und ich bin tatsächlich die Bojen gerade angeschwommen… ganz ohne Unterwasser Navi! ;)

Nach gut 17 Minuten steige ich aus dem Wasser. Jetzt geht’s in die Wechselzone. Abtrocknen, Socken an (das werde ich künftig optimieren und weg rationalisieren. Viel zu viel Zeit die dafür drauf geht, bei so kurzen Bewerben!), rein in die Schuhe, Helm auf, Brille auf (dafür vergeht einfach zu viel Zeit und werde ich wohl verbessern müssen, und üben dürfen! :) ), und raus aus der Wechselzone, rauf aufs Bike und was folgt, sind 1 Stunde 21 Minuten und 45 Sekunden purer Fahrspaß rauf ins Mühlviertel. Rund 46km ist die Schleife lang, mit einer lang gezogenen Steigung gleich am Anfang und ein paar knackigen Anstiegen im Anschluss mit ca. 540Höhenmeter.

Ich komme schnell gut rein, und nicht nur die Optik meines Rades, sondern auch der Sound gibt mir einen zusätzlichen Kick beim fliegen durch das Mühlviertel! Ein knapper 34er Schnitt war es dann am Ende, und gefühlt hätte ich schwören können, bin ich mit über 36 Sachen die Strecke abgeflogen… ;) Leider aber darf ich auch das noch trainieren, und es wird bestimmt bald noch mehr Spaß auf meiner Zeitfahrmaschine machen! :) Das Zwischenergebnis jedenfalls stimmt, und in Anbetracht der Hitze, bin ich super zufrieden mit meiner Leistung.

Es folgt Transition 2. Der Wechsel vom Rad in die Laufstrecke. Das geht diesmal relativ zackig, raus aus den einen Schuhen, rein die nächsten. Natürlich kann auch das noch optimiert werden. Da ich bisher aber nur an der Mitteldistanz teilgenommen habe, und jetzt auf die Langdistanz trainiere, habe ich darauf noch keinen Augenmerk gelegt. Besser werden ist allerdings immer drinnen und auf jeden Fall möglich!

Raus aus der Wechselzone bin ich top motiviert und verhältnismäßig locker auf den Beinen. In den bisherigen Trainings Linztriathlon Laufstrecke Anfangbin ich nach längerer Fahrt und teils noch stärkeren Intensitäten einen glatten 4er Schnitt drauf gelaufen. DAS wollte ich auch heute versuchen, und ich laufe tatsächlich mit 3:52 die ersten paar hundert Meter an. Ein kurzer Anstieg aber bringt mich total draus. Und außerdem, die Hitze setzt mir offensichtlich doch etwas mehr zu. Den ersten Kilometer schaffe ich dann gerade noch in 4:07 und ich beschließe, einen Gang zurück zu legen.

Aber Moment mal. Ich wollte einen Gang zurück legen. Was folgt, macht mich im Kopf fertig. Die Sonne (kaum ein Schattenstück auf der Strecke, laut Autoanzeige 34Grad Außentemperatur) knallt erbarmungslos herunter und ich, als nicht gerade südländischer Typ, habe ordentlich mit den Rahmenbedingungen zu kämpfen. Ich laufe mittlerweile im Schneckentempo um die 4:30, und überhole aber dennoch am laufenden Band die anderen Teilnehmer. Die Motivation zum kämpfen schwindet von Meter zu Meter und ich gebe mich damit zufrieden, was mein Körper noch her gibt. Die Labestellen verschaffen mir Abkühlung. DANKE an dieser Stelle den tollen Helfern, die mit Gartenschlauch, Getränken und etwas zum beissen auf der Strecke viele Stunden ausharrten! Nach der zweiten Labe, und Halbzeit nach 5,25km, breche ich dann kurzfristig ein. Knapp über 5 Schnitt sogar. Das packt mein Kopf nicht. Doch dann sehe ich, wie mir die führende Frau begegnet, mit einem guten km Rückstand auf mich. Sorry den weiblichen Lesern, aber das motiviert mich, und ich denke mir: YES, ich kann es schaffen, vor der ersten Frau ins Ziel zu laufen. Wollte ich immer schon mal, heute war es realistisch… ;) Die Zeiten wurden besser, deshalb, und auch wegen dem Zuckerschub von zwei Bechern Cola (das beste, wenn gerade nix mehr geht!). Auf dem Weg überhole ich dann auch noch meinen Wechselzonen-Nachbar, der mich auf dem Rad am Hügel ordentlich hat stehen lassen, und dem ich dort schon geschworen hatte, dass ich ihn beim Laufen wieder einhole (mit einem lächeln auf den Lippen nehmen wir das beide so zur Kenntnis). Zusätzliche Motivation. Und mittlerweile kein daran denken mehr, was ich ursprünglich vor hatte. Unter 45 Minuten auf der 10,5km langen Strecke bleiben. Das schafften heute gerade einmal die Top Athleten, zu denen ich mich noch nicht zähle.

Das Ziel naht, zwei Athleten überholen mich, und ich kann auf den letzten Kilometer noch ordentlich zulegen, und laufe sogar wieder unter 4:30 Schnitt. In den Beinen steckt noch viel Kraft. Linztriathlon Laufstrecke EndeNur der Kopf war offensichtlich leer, und es fehlte mir die Motivation (und vermutlich auch Zucker?!). Ich laufe die letzte Schleife und bin heilfroh, dass ich diese Hitzeschlacht in 2 Stunden, 34 Minuten gefinisht habe. Übrigens, bin ich auch superglücklich darüber, dass mich meine Liebste im Ziel anfeuert, und bei allen Wechseln mir zujubelte! DAS ist immer wieder eine super Motivation! DANKE Süße! :)

Hier meine Zeiten:

swim 900m: 17:45

t1: 2:23

bike 45,9km: 1:21:48

t2: 1:05 (rekordverdächtig ;) )

run 10,5km: 51:25 (wenn man das noch run nennen kann?!)

Unterm Strich, ein super Training und ich bin auf den Geschmack gekommen. Die kurze Distanz macht Mördermäßig Spaß und darauf werde ich im nächsten mehr setzen, und meine Schnelligkeits-Skills verbessern. Die langen Einheiten haben später auch noch Zeit… jetzt aber wieder Konzentration auf Klagenfurt. Ab heute sind’s nur noch 22Tage und die Vorfreude steigt mit jedem Tag! :)

tbc.