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Comeback und Saisonrückblick 2016

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So vieles habe ich mir vorgenommen, sportlich gleichermaßen wie hier im blog… und mit kleinen Schritten nähere ich mich wieder meiner alten Form, wie auch meinem blog! :)

Genug der kryptischen Worte. Ein versöhnliches Jahr liegt hinter mir, das in dieser Form noch zu Beginn des Jahres nicht zu erwarten war. Hinter mir liegen nach 6 Monaten Trainings und Wettkampfpause ein Comeback im Triathlon, ein Marathon und als Saisonabschluss der Klassiker rund um den Wolfgangsee.

Zur Rückkehr habe ich die olympische Distanz beim Steeltownman in einer passablen Zeit gefinisht. steeltownman_bikeDurchkommen, Sicherheit gewinnen und Spaß haben stand dabei im Vordergrund. Und es ist mir geglückt. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Anforderung gleich Können und somit wieder mal ein perfektes flow Erlebnis. Genau das Richtige für ein Comeback. Besonders viel Spaß hatte ich im Wasser, das ich auf der Radstrecke dann merken sollte. Auf der flachen Strecke kommen die Radspezialisten voll auf ihre Rechnung und die fuhren mir gerade so um die Ohren. Macht nix. Spaß hat’s gemacht! Am Ende 2Std 22Min mit einem erleichterten Grinsen beim Zieleinlauf. Gut so! :)

Mein “eigentliches” Comeback wollte ich ja ohnehin beim so viel gerühmten Trumer Triathlon über meine Lieblingsdistanz, der Mitteldistanz (1,9/90/21,1), feiern. Am 17. Juli war es dann auch so weit und zu Beginn der Tapering Woche konnte ich mir nicht mehr vorstellen, dass ich in meinem Leben bereits eine Langdistanz absolviert habe, versuchte mir aber immer wieder einzureden, dass ich das auf jeden Fall drauf habe. Drei Monate Vorbereitung und im Schnitt 15 Stunden Training pro Woche habe ich absolviert und ging damit einigermaßen Selbstbewusst an den Start.13819885_10208495013806860_1763110406_n Auch die gefürchtete Hitzeschlacht war an diesem Wochenende kein Thema. Ganz im Gegenteil: die Temperaturen lagen beim Start im einstelligen Bereich und die Athleten hatten dieses Jahr viel mehr mit der nassen Kälte zu kämpfen. Gut, wenn man doch ein paar Kilos zu viel und eine wärmende Schicht mit sich trägt… ;) Doch immerhin hatte ich zum Zeitpunkt gegenüber meinem gewichtigen Tiefpunkt im April mit 79kg wieder rund 10kg abgenommen und dürfte beim Start knapp unter 70kg gewogen haben.

Jetzt aber zum Rennen: Das Schwimmen machte Spaß. Und bereitete mir Angst. Ich bin es nicht gewohnt, vorne weg schwimmen zu müssen und aufgrund der guten Aufteilung in Wellen, der Breite des Startblocks und meinem Ehrgeiz war ich über weite Strecken der Leader in meiner Bahn (am Ende eine für meine Verhältnisse richtig gute Schwimmzeit mit 31Minuten). Auf der Radstrecke angekommen musste ich wieder viele Radfahrer passieren lassen, das ich aber mental gut wegstecken konnte, da ich mir meiner Radschwäche in diesem Jahr sehr wohl bewusst war (und gleichzeitig habe ich innerlich jeden Radfahrer auf der Laufstrecke wieder zurück überholt ;) ). Zu wenige Trainingskilometer (rund 2.000km) sollte ich auf dieser sehr anspruchsvollen Strecke büßen und genoss jedes Mal, wenn es wieder auf das flache Stück rund um den See ging. Aufgrund der guten Schwimmzeit kam ich trotzdem nach einer guten Zwischenzeit auf die Laufstrecke. sportograf-84324925_lowresZu dem Zeitpunkt wollte ich noch unter 5Std 15Min bleiben. Rechnen während des Sports, unter Anstrengung, mit Sauerstoffmangel, Tunnelblick und was weiß ich was noch alles, zählt dann nicht mehr zu meinen Stärken… ;)

Die ersten km liefen sich dann aber quasi von alleine, hatte sichtlich Spaß und konnte eine wirklich gute Pace (unter 4:20/km) laufen. Dann, nach km7, aber kamen schnell die Selbstzweifel UND die fehlenden Trainingskilometer zur Geltung. Sogar auf der Laufstrecke sind dort Hügel eingebaut und wirklich fiese Teilstücke zu bewältigen. Mit Cola versuchte ich mich aufzurichten. Die vielen Fans entlang der Strecke, vor allem meine Freundin und einige Freunde immer wieder zu sehen gab mir immer wieder einen ordentlichen Leistungsschub. Bis km19 glaubte ich nicht daran, diesen Bewerb unter 5 Stunden finishen zu können und dachte innerlich immer wieder daran, dass es wirklich eine tolle Herausforderung wäre, den Trumer Triathlon mal unter 5 Stunden zu schaffen. Bei km19 dann forderte mich aber ein Athlet zu einem “Schlußsprint” auf, was mir richtig viel Spaß bereitete. sportograf-84331741_lowresIch war wieder konzentriert, hatte einen langen Schritt und mein Oberkörper war wieder aufgerichtet. Ich machte wieder Meter und lief tatsächlich die letzten beiden km knapp über 4Min/km. Auf der Zielgerade konnte ich die angezeigte Zeit nicht glauben und überquerte die Ziellinie Freudestrahlend! 4Stunden und 58Minuten. Wahnsinn! Und das mit Spaß. Und tatsächlich: dafür und deshalb machen wir das doch!!! :)

Die Freude ist zurück. Tut das gut! :)

TausendDank an dieser Stelle wieder allen Menschen die mir diesen Sport in dieser Form so möglich machen. DANKE! :)

Mit dem Zieleinlauf und einer ordentlichen Dosis Dopamin ging es in den Urlaub nach Südtirol, damit dann konzentriert weiter trainiert werden kann. Das nächste Ziel stand nämlich schon am Programm: der Berlin Marathon im September 2016! Genau 10 Wochen Zeit, abzüglich eine Woche Regeneration also 9 Wochen Training für den Marathon. Sportlich. Und die Vorfreude war immer noch riesig.

Ab sofort also standen 4bis5 Laufeinheiten pro Woche auf dem Plan. Meinen Körper musste ich schnell von 40bis50km auf bis zu 90km Trainingskilometer pro Woche anpassen. Behutsam steigerte ich pro Woche 10bis20km und konnte tatsächlich vier lange Läufe über 30km einbauen. 803514_1016_0017Mein Vorhaben war anfangs mit einem Zeitziel um die 3Stunden auch sportlich, das ich dann aber schnell nach unten korrigieren durfte, da mir eben doch 5Monate Training in diesem Jahr fehlten.

Da ich es noch nicht erwähnte: meinen ersten Lauf 2016 absolvierte ich Ende April. Bis zum Marathon am 25. September schaffte ich gerade mal 1.000km in den Laufschuhen. Trotz unterschiedlicher Therapiemethoden, unermüdlichem Einsatz meiner Therapeuten (klassische Physiotherapie, Spiraldynamik, Stoßwellen- und Lasertherapie, Einlagenversorgung, HNC, … ) und auch meinem Zutun durch viele Stunden Kräftigung, Stabilisation, Koordination, Mobilisation und sogar Yoga bin ich bis heute immer noch nicht schmerzfrei. Angeblich können solche Überlastungserscheinungen recht hartnäckig sein und was man über Jahre “herangezüchtet” hat, wird nicht über Nacht wieder verschwinden. Verständlich. Und interessanterweise, je mehr ich mich mit meinen Wehwehchen und Verletzungen anfreunde, umso besser kommen wir miteinander klar und tatsächlich werden die Symptome zunehmend weniger. Juhu! :) Und trotzdem bleib ich dran…

Zurück zum Lauf: ein Wahnsinn. Über 40.000 Marathonis stehen in Berlin am Start. Das drumherum: ein Erlebnis. Die Stadt: sehenswert und erlebenswert. Der Berlin Marathon: ein Muss. Lange Rede, kurzer Sinn: brutal viele Starter, falsch eingereiht, bis km16 gekämpft um den 3Std15Min Pacemaker zu überholen, ab km20 hatte ich endlich Luft und freie Bahn und am Ende keine Kraft mehr eine wirklich gute Pace zu laufen. 803526_1002_0019Bei km38 dann doch endlich meine Süße getroffen, die ich davor verzweifelt am Straßenrand gesucht hatte. Endlos viele Menschen am Straßenrand. Total geil. Am Ende mein bisher konstantester Marathon mit einer Zielzeit von 3Std 10Min. Am anstrengendsten war wohl km6, als ich kurz vor Aufgabe war, weil ich im Stau festgesteckt hatte und nicht meine Pace laufen konnte. Interessante Erfahrung. Sonst wird von km27bis32 berichtet. Da war’s mir offensichtlich schon egal. ;)

Also, liebe Läuferin, lieber Läufer: “Wenn du laufen willst, lauf eine Meile. Wenn du ein neues Leben kennenlernen willst, dann lauf Marathon.” (Emil Zatopek) Und ich ergänze: … dann versuche dein Glück beim Berlin Marathon, melde dich ein Jahr davor an, vertraue auf das Losglück, lass dich im Dezember überraschen und buche dann am besten eine Woche Urlaub und genieße die Stadt. Und den Lauf.

Wer es bis hier her geschafft hat, für den hab ich noch was: zwei Wochen nach Berlin habe ich meinen ersten Crosslauf in Wels absolviert. Ein tolles Erlebnis und jede Menge Spaß. 8km über Stock und Stein, durch den Wald, im Matsch, bergauf und -ab. Schmutzig am Boden, rein die Luft. Perfekt. Sicher nicht mein letzter Querfeldeinlauf. Prädikat: empfehlenswert!

Und da am Mittwoch vor dem Klassiker in St. Wolfgang der Wetterbericht gutes voraussagte, habe ich mich auch noch zum 27km angemeldet. Angeblich sollte man 4Wochen nach einem Marathon neue Bestzeiten hinlegen können. wolfgangseelaufLeider eine Woche zu früh (drei Wochen danach) versuchte ich dann mein Glück und verfehlte mein Ziel knapp. 2Std 4Min eine Minute langsamer als bei meinem letzten antreten 2013. Und trotzdem 7 Plätze (AK: 18) besser. Lag wohl an den warmen Temperaturen. Und das ich älter, aber nicht viel langsamer geworden bin?! ;) Aber auch da stand im Vordergrund der Spaß und die Freude am laufen. Traumwetter und die kitschige Postkartenlandschaft haben ihren Teil dazu beigetragen das ich die Saison 2016 positiv abschließen konnte. Wir haben es schön. Wir haben es gut. Wir können uns frei bewegen und leben wohl in einer der schönsten Gegenden dieser Welt. Was will man mehr?! Natürlich. Immer mehr… aber Schluss jetzt damit. Ausreichend geschrieben.

Ich hoffe du hattest Spaß. Oder du findest Spaß daran, irgendwas davon selbst auszuprobieren. Nicht das mit den Verletzungen. Aber vielleicht das mit der Freude am Sport. Oder unserer Landschaft und unserer traumhaft schönen Gegend. Oder einfach nur am Schwimmen, dem Radfahren, dem Laufen oder am Leben.

Vielleicht schaffe ich es, wieder regelmäßiger zu schreiben. Dann ausführlicher zu den einzelnen Erlebnissen. Das ist zu viel auf einmal. Eine ganze Saison, Verletzungen und Bewerbe in einem Bericht: nein. Das mach ich nicht mehr. Versprochen. Und jetzt: genieße das Leben.

tbc.

ab

fotocredits by: tri your life, Sportograf, Marathonfotos.

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