Zurück
Ausblick

Heiße Phase, Wettkampfzeit die Zweite!

Ausblick

Endlich wieder Wettkampfzeit! 13 Wochen nach dem Linztriathlon steht mein persönlicher Hauptbewerb 2017 auf dem Programm, der Ironman 70.3 in Zell/See. Dort hat vor 4 Jahren alles begonnen. Damals “probierte” ich mal einen Triathlon. Seither bin ich infiziert. Viel hat sich getan und mittlerweile weiß ich, dass die Wechselzone keine Toilettenpause ist, sondern die vierte Disziplin darstellt und auch hier Zeit gewonnen werden kann. Doch wie immer, eins nach dem anderen.

WelserBusinessRun2017Längst vorbei ist der Linztriathlon, der für mich nicht ganz nach Plan verlaufen ist. Nach einer kurzen Kompensationsphase ging es aber gleich rasant zur Sache und ich wollte die Form für weitere Wettkämpfe nutzen. Anfang Juni stand der Business Run in Wels am Programm und die 5km waren eine ziemlich harte Angelegenheit. Für die Temperaturen und meine müden Beine jedoch dann doch eine ganz passable Zeit mit knapp über 19 Minuten (19:02 und gesamt Platz 38).

Rieder2erTeamStundenlauf2017Eine Woche später folgte der 2-er Team Stundenlauf in Ried. Ein tolles Format, bei dem eine Stunde lang im 2-er Team abwechselnd eine Runde im Stadtpark (ca. 1,4km) gelaufen wird. Intervalltraining als Wettbewerb. Was will man mehr?! ;) Mit meinem Vereinskollegen Hofer Thomas konnte ich den 9.Gesamtplatz erlaufen. Nur doof, das bei der vorletzten Runde meine linke Wade zu zwicken begann. Darauf folgte wieder mal eine Laufpause, die ich so nicht geplant hatte… :/

Schon 8 Tage nach diesem Bewerb wollte ich es nochmal beim Steeltownman über die olympische Distanz wissen. Steeltownman2017bikeTrotz zwickender Wade konnte ich meine Zeit um knappe zwei Minuten zum Vorjahr verbessern, was vor allem an einer hervorragenden Schwimmzeit und besseren Wechselzeiten lag. Am Rad konnte ich mich knapp verbessern, beim Lauf war ich in diesem Jahr ein paar Sekunden langsamer. Trotzdem war ich sehr glücklich über das Finish und gesamt Platz 38. Luft nach oben ist allemal, die Entwicklungskurve aber stimmt und zeigt nach oben. Nach diesem Bewerb beginnt die konkrete Vorbereitungsphase für den #Ironman 70.3 Zell am See. Noch 9 Wochen bis zum Bewerb bedeuten zwei Aufbauphasen zu je drei Wochen und am Ende zwei Wochen Tapering. Umfang und Intensität werden im Training noch mal deutlich nach oben geschraubt, bevor die Erholungsphase für den Wettkampf beginnt.

Kurz vor dem Bewerb ist nun aber auch Zeit, die Vorbereitungen zusammenzufassen. Eines schon mal vorab: so konstant und diszipliniert habe ich vermutlich noch nie trainiert. Zum einen, weil ich die Saison erstmals voll auskoste (Frühjahr und Spätsommer) und zum anderen dürfte mein Trainingsaufbau erstmals recht vernünftig verlaufen sein, da ich die Lust am Training nicht verloren habe und die Verletzungen immer nur von kurzer Dauer waren. Trainingsstatistik Saison 2017Sehr erfreulich und bestimmt auch ein Ausdruck der gesammelten Erfahrung der letzten 4 Jahre als Triathlet. Natürlich aber auch dank der guten und eher konservativen Trainingsplanung und Zusammenarbeit mit meinem Coach Gerald Will (dersportcoach.com). Jetzt aber zur Statistik.Ich liebe Zahlenspiele. Und Statistiken. ;)

Die Trainingsstatistik verrät schon mal, das ich diese Saison sehr konstant und viel trainiert habe. Im Oktober noch in Lauerstellung, startete meine Vorbereitung im November und mit Ausnahme von zwei kurzen Laufpausen konnte ich das Jahr durchtrainieren. Besonders stolz bin ich auf die Ausdauer beim Schwimmen. Die fixen Trainingszeiten wurden mittlerweile zum Ritual und bestätigt meine Theorie zur “Gewohnheitslehre”: eine neue Tätigkeit ist anfangs möglicherweise ungewohnt, vielleicht sogar unangenehm, bis es langsam selbstverständlich und dann sogar zum unverzichtbaren Ritual wird. Eine Gewohnheit. Mo-Mi-Fr jeweils von 7:00 bis 8:00 früh schwimme ich zwischen 2,9 bis 3,5km. Und das seit mittlerweile zwei Jahren. Seit November sind das rund 330km in 120 Stunden. 2013 hatte ich noch große Angst vorm Schwimmen. Dieses Jahr freue ich mich auf die erste Disziplin. :) Ebenfalls ritualisiert habe ich das Krafttraining. Zweimal die Woche stemme ich Gewichte, oder beim bodyweight Training meinen Körper. 70 mal habe ich mir ein Ausgleichstraining zur Kräftigung und Stabilisierung gegönnt. 106 Stunden für meinen Bewegungsapparat und meine Fitness. Mehr als 1.200km bin ich bisher in 108 Stunden gelaufen. Bis Oktober werden noch rund 300km folgen, damit ich wieder auf meine zumindest 1.500km im Jahr komme. Die Performance wird auch hier mit der Kontinuität deutlich besser. Jetzt aber zu meiner “Königsdisziplin”, dem Radfahren. Darauf habe ich dieses Jahr besonderen Augenmerk gelegt, zwei Trainingslager absolviert (Titelbild BSFZ Faaker See) und die Stunden im Sattel deutlich erhöht. Das erklärt auch die Mehrstunden im Training, in der Statistik die roten Balken. Rund 7.000km war ich bisher auf zwei Rädern unterwegs, davon 2.500km auf der Walze indoor und 4.500km auf der Straße. Laut Labor, bei Gerald Will (dersportcoach.com), haben sich alle Werte (Leistung bei Grundlage 1 um 25% und an der Schwelle um rund 20%) deutlich verbessert. Jetzt liegt es daran, die “PS” auch auf die Straße zu bringen.

Insgesamt habe ich somit mehr als 8.500km im Training zurückgelegt (Autofahrten nicht mit eingerechnet ;) ), 585 Stunden investiert (14 Stunden/Woche) und mein Gewicht von 74kg im November auf 68kg im August, vor allem um Körperfett, reduziert. Ganz schön viel. Viel Zeit aber auch für mich, die ich bis 2014 mit Weiterbildung und studieren verbracht habe. Viel Zeit allerdings, die ich nicht mit meiner Partnerin, Familie oder Freunden verbringe. Auch Zeit, die ich nicht mit anderen “Versuchungen” verbringen kann. Und wer weiß, nein, davon bin ich überzeugt, viel Zeit in die eigene Entwicklung und Zukunft. Die Zeit gewinnt an Qualität. Wofür’s gut ist, weiß ich noch nicht so ganz genau. Aber irgendwas in mir sagt mir, das jetzt genau der richtige Zeitpunkt dafür ist.

Ein kleiner Vergleich noch mit meinem damaligen Start am 1.September 2013: IM70.3 Zell 2013bis zum Start war ich 2.500km mit dem Rennrad unterwegs. Achja, ich bin mit einem konventionellen Rennrad (ohne Aufleger) gestartet, mit einer Vöslauer Sport Trinkflasche. Davor war ich insgesamt keine 100km schwimmen. Das erklärt die knapp 38 Minuten im Wasser. Ich musste Brustschwimmen, weil ich es nicht schaffte, die 1,9km durchzukraulen. Die Wechsel nutzte ich tatsächlich für eine gemütliche Toilettenpause und wunderte mich, warum die anderen so herumwuseln. 6 Stunden hatte ich mir vorgenommen und war am Ende vollkommen über die Zielzeit von 5 Stunden und 3 Minuten (davon 12Minuten und 55Sekunden in der Wechselzone) überrascht.

Lange Rede, kurzer Sinn: am Sonntag zeigt sich, ob ich die Leistung abrufen kann und eine gute Zeit hinknallen kann. Vor Aufregung habe ich mir jedenfalls die Tage davor schon eine Magen-/Darmverstimmung zugezogen. Jetzt heißt es Nerven und Ruhe bewahren. Ich freu mich drauf und der wohl wichtigste und erfreulichste Unterschied zu damals: ich reise nicht alleine! :) Meine Partnerin unterstützt mich großartig. Tausend DANK dafür. Außerdem stehen einige Freunde mit am Start und noch mehr werden entlang der Strecke vor Ort sein. Es wird ein super Event, soviel ist schon mal sicher.

Drückt mir die Daumen. Jede Unterstützung ist willkommen. Ich berichte dann vom Bewerb. Und danach von meinen wichtigsten Lehren aus 4 Jahren Triathlon.

tbc.ab

Leave a comment