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Glück im Unglück

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Diese Woche habe ich meinen neuen Helm bekommen. Grund dafür ist, dass mein alter Helm nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen entspricht. Bei meinem Sturz im Oktober des Vorjahres hatte ich massives Glück und der Helm, so schätze ich, rettete mir sogar das Leben. Im Bild zu sehen ist die bleibende Deformation des Helmes durch das Stahlgitter, gegen welches ich geprallt bin. Das wirklich unfassbare an der Sache ist, dass ich Tage davor am überlegen war, ob ich nicht doch auch mal ohne Helm losfahren sollte, da ich zunehmend Rennradfahrer ohne Helm gesehen hatte. Meine Meinung hat sich schlagartig, im wahrsten Sinne des Wortes, geändert! Ohne Helm, NIEMALS!

Nun aber zum Sturz: eine kleine Unaufmerksamkeit kurz vor Ende meiner Ausfahrt sollte fatale Folgen haben. Mit viel Wut im Bauch und immer noch verärgert über eine rücksichtslose oder auch unaufmerksame Autofahrerin, die mich offensichtlich übersehen hatte und mir die Vorfahrt nahm, drehte ich mich kurz um, und wollte sehen, wie weit ich das Auto bei meinem Überholmanöver bereits hinter mir gelassen hatte. Erleichtert darüber, dass mir gerade niemand folgt, drehte ich mich wieder nach vorne, und da sah ich das Unheil bereits immer näher kommen. Der Randstein kam gefährlich nahe, Balanceakte und das Aussteigen aus den Clips schaffte ich wegen Kraftmangel nicht mehr, da ich alle Kraft beim verärgerten überholen des Autos verschossen hatte. Ich dachte mir nur noch “Scheisse” und mich muss es wohl überschlagen haben. Es donnerte mich mit dem Kopf voran an ein Eisengeländer, mit der linken Schulter gegen einen Laternenmast und mit dem rechten Knie bremste ich auf dem Gehsteig. Was folgte war ein massiver Schock. Ich zitterte am ganzen Körper, konnte meine Finger nicht spüren und mir brummte der Kopf ordentlich. Es dauerte einige Sekunden, bis ich wieder bei mir war und dachte mir nur noch: “na das musste jetzt noch sein und so ein….”. Den Rest könnt ihr euch wohl denken. Wenige Augenblicke später kamen von allen Richtungen “Zuhörer” dahergelaufen, die den offensichtlich lautstarken Aufprall gehört haben. Von der Straße kam mir sofort ein Autofahrer zur Hilfe, der einen Rettungswagen holen wollte. Auf mehrfache Anfragen lehnte ich jedoch jegliche Hilfe ab, ehe mein Freund Michael, mit dem ich die Ausfahrt gemeinsam machte, mir auch zur Hilfe kam. Notdürftig flickte ich mich und die verstreuten Teile zusammen, versuchte aufzustehen und merkte dabei meine Abschürfungen am Knie und die sonstigen Blessuren an Händen, Schulter und am Ohr. Ich versuchte ruhig zu bleiben, rollte die letzten Meter zu unseren Ausgangspunkt zurück und ich war dann heilfroh, als ich mein Rad an meine Freundin übergeben konnte. Ich war am Ende meiner Kräfte, und vor allem mein Nervensystem wurde langsam immer schwächer, immer noch geschockt von dem Unfall. Welches Glück ich dabei hatte, sollte ich erst jetzt bemerken, wie stark der Aufprall am Geländer war und ich knapp einem Schlüsselbeinbruch vorbeigeschrammt bin. Die Wunden am Knie waren so tief, dass ich doch am nächsten Tag noch ins Krankenhaus musste, um die Wunden reinigen zu lassen, meine geschwollene Hand röntgen zu lassen und letztendlich mir vom Arzt das okay abzuholen, dass mit mir alles in Ordnung ist. Mein Ruf nach draussen von diesem Vorfall: Hände weg vom cool sein, Helm auf und dafür sicher sein! So ein Helm kann Leben retten. Hatte ich kurz vergessen, werde ich jetzt nie wieder vergessen.

Als “Mahnmal” hinterlasse ich hier das Foto von meinem Glück im Unglück Helm, der mir vermutlich das Leben rettete, oder mich zumindest vor schlimmeren Folgeschäden bewahrt hat.

Vielen DANK an dieser Stelle an all die Sicherheitsleute, die solche Technik ermöglichen und natürlich auch an die Gesetze, die uns vor schlimmeren bewahren, auch wenn wir diese oft als lästig empfinden.

Safety first! Take care.Helm2

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